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CoCo-Anleihen trotzen im zweiten Quartal dem Brexit

Im zweiten Quartal war die Entwicklung von bedingten Wandelanleihen, auch CoCo-Bonds gennant, zumeist akzeptabel. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des Brexits positiv, der die Aktien-, Devisen und Anleihenmärkte unter Druck setzte.

Stefan Weber von Swisscanto sieht Coco-Bonds als attraktives Investment.

Erhöhte Emissionstätigkeit vor dem Brexit

Erfreulicherweise waren die Emissionsmärkte bis zum Brexit durch eine erhöhte Aktivität gekennzeichnet. So ist zum Beispiel die Australian & New Zealand Banking Group zum ersten Mal auf dem CoCo-Markt aufgetreten und hat Kapital in Höhe von einer Milliarde US-Dollar aufgenommen. Auch die Österreichische Erste Bank konnte einen CoCo-Bond mit 500 Millionen Euro platzieren. Und Die HSBC hat mit ihrer nunmehr sechsten CoCo-Emission nochmals zwei Milliaden US-Dollar aufgenommen. „Wir haben bei allen drei Emissionen im zweiten Quartal teilgenommen, da uns die Emissionsbedingungen durchweg attraktiv erschienen“, sagt Stefan Weber, Swisscanto-Anleihenexperte.

Nachfrage kam schnell zurück

“Die CoCo-Märkte reagierten volatil auf den Brexit. Nach einem ersten, recht starken Preisabfall sind die ersten Käufer schnell zurückgekommen und am Tagesende der EU-Austrittsverkündung Großbritanniens lag das Minus bei knapp über zwei Prozent. Im Vergleich zu europäische Bankaktien – welche im Anschluss an das Brexit-Votum gegen 15 Prozent verloren – haben die Korrelationen das gehalten, was Investoren von CoCo-Anleihen erwarten. Im Anschluss erholten sich die Märkte relativ rasch und das zweite Quartal schloss der CoCo-Markt mit einer leicht positiven Performance”, so Weber.

Schockstarre war nur kurz

Zur Entwicklung des Swisscanto (LU) Bond Fund Invest CoCo H EUR meint der Anleihenexperte: “Bis zur Brexit-Abstimmung hat unser CoCo-Bond Fund im zweiten Quartal rund zwei Prozent Performance erreicht. Die CoCo-Risikoprämien hatten sich im Verlauf des Quartals um etwa 30 Basispunkte verengt. Nach dem allgemein unerwarteten Ausgang des Brexit-Votums sowie am darauffolgenden Tag sind die Spreads dann auf 573 Basispunkte hochgeschossen, was einer Ausweitung von etwas über 60 Basispunkte entspricht.

Damit blieben die im Zuge des Brexit erreichten Spreads klar unter dem bisherigen Allzeit-Hoch von 635 Basispunkte vom Januar dieses Jahres. Aufgrund der anschließenden Marktberuhigung reduzierten sich die Risikoprämien schnell und wir konnten das Quartal bei etwa 20 Basispunkte breiteren Spreads beenden. In Performance ausgedrückt bedeutet das eine leicht positive Rendite vor Kosten von 0,3 Prozent für das zweiten Quartal. Das zeigt einmal mehr, dass das Portfolio stark vom laufenden Ertrag durch Kuponzahlungen profitieren kann.“ (tr)

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