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17. August 2016, 13:28
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Dax lässt BVI-Absatzzahlen massiv einbrechen

Über Jahre hinweg brummte das Geschäft mit den Publikumsfonds in Deutschland. Am Dienstag gab der Bundesverband Investment und Asset Management BVI allerdings beunruhigende Zahlen für den Fondsabsatz im ersten Halbjahr 2016 heraus. Der Rademacher-Kommentar

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Tim Rademacher sieht trotz negativer BVI-Absatzzahlen weiterhin Chancen für Aktienfonds.

Gegenüber der Vorjahresperiode reduzierte sich der Nettoabsatz bei den Publikumsfonds um alarmierende knapp 92 Prozent auf nur noch 3,82 Milliarden Euro. Auf Sicht für den gesamten deutschen Kapitalmarkt ist dieser Betrag extrem gering.

Saisonal starker Einfluss

Bei einer genaueren Analyse relativiert sich aber dieser Absatzeinbruch. Insgesamt wurde das saisonal stark schwankende Geschäft, das im ersten Quartal regelmäßig einen Höhepunkt erreicht, von dem schwachen Jahresstart an den internationalen Börsenplätzen belastet. So rauschte der Dax bis Mitte Februar gegenüber dem Vorjahresschluss um 20 Prozent in die Tiefe. Dies hat viele deutsche Privatanleger, die traditionell als risikoscheu gelten, stark verunsichert. Weshalb nicht wenige Retailinvestoren sich massiv zurückhielten oder gar aus Angst verkauften.

Entsprechend lagen nicht wenige Fonds mit einem hohen Aktienanteil wie Blei in den Regalen. Das die Kleinsparer aber weiterhin Investmentgesellschaften bei der Anlage nutzten, zeigt die Entwicklung bei zwei anderen Produkten: Multi-Asset-Fonds und offene Immobilienfonds wurden trotz des massiven Gegenwinds in der gesamten Branche immer noch vergleichsweise stark nachgefragt. Insbesondere beim Betongold war das Interesse so hoch, dass viele Fondsgesellschaften den Zufluss neuer Mittel limitiert hatten.

Licht am Ende des Tunnels

Generell dürfte die langfristig gute Stimmung bei den Fondsgesellschaften aber wieder zurückkehren. So hat sich der deutsche Leitindex aber nach dem Brexit wieder deutlich stabilisiert und den übergeordneten Aufwärtstrend bei den Kursen wieder aufgenommen. Damit sollte auch der Mut bei den Kleinsparern wieder steigen. Sicherlich dürfte der Rückstand in diesem Jahr kaum aufzuholen sein, die Aussichten für die folgende Zwölfmonatsperiode sind hingegen gut.

Das Niedrigzinsumfeld, mit teilweise negativen Renditen bei Bundesanleihen oder zunehmend auch bei Bankeinlagen, macht die Aktie attraktiv. Damit tritt genau der Effekt ein, den sich die Mario Draghi wünscht. Hiervon wird auch die Fondsbranche weiterhin profitieren. Zudem dürften sich die politischen Unsicherheiten nach der US-Präsidentenwahl reduzieren, was sich auch positiv auf die Kapitalmärkte auswirkt. Anleger, die von der mittlerweile seit 2009 anhaltenden Hausse profitieren möchten, sollten daher Aktienfonds weiterhin unbedingt im Auge behalten. Die Chancen für ein schnelles und kräftiges Comeback dieser Assetklasse stehen im Jahr 2017 hervorragend.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Cash.

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