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Demographische Entwicklung drückt Zinsniveau

Weltweit haben Forscher intensiv untersucht, wie sich die älter werdende Bevölkerung auf die Entwicklung des Gleichgewichtszins auswirkt.

Die älter werdende Bevölkerung wirkt sich stark auf den Anleihenmarkt aus.

Offenbar wirkt die demographische Entwicklung in den entwickelten Ökonomien dämpfend auf den Gleichgewichtzins, der in der Fachliteratur gerne als r* bezeichnet wird. Drei unterschiedliche Effekte haben nach den Ergebnissen der Forscher den Gleichgewichtszins r* seit 1980 um insgesamt 1 bis 1,5 Prozent gedrückt. Die drei Effekte sind: ein langsameres Wachstum des Arbeitskräfteangebotes, die alternde Bevölkerung und die wachsende Lebenserwartung [1]. Diese drei Faktoren werden wohl noch eine ganze Weile anhalten.

Der Autor Gavyn Davies bemerkt nun, dass die amerikanische Federal Reserve diesen demographischen Faktoren eine verstärkte Aufmerksamkeit entgegenzubringen scheint. Das ist seiner Meinung nach eine wichtige Beobachtung. Denn damit scheint die amerikanische Notenbank auch mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit zu rechnen, dass der von ihr so genannte zeitweilige „Gegenwind“ in der Wirtschaft rasch wieder verschwinden wird.

Vor kurzem ging die Federal Reserve noch davon aus, dass dieser „Gegenwind“ bald wieder nachlassen würde. Nach Ansicht von Gavyn Davies verringert die in der Notenbank [2] gestiegene Bedeutung des demographischen Einflusses auf den Gleichgewichtszins die Gefahr, dass es in den kommenden Jahren zu überraschend übertriebenen Kurswechseln in den geldpolitischen Rahmenbedingungen kommt. (tr)

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