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Deutsche Wirtschaft stärker als erwartet

Nachdem in der letzten Handelswoche die erste Schätzung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone für das erste Quartal mit 0,5 Prozent abgesenkt wurde, kam es bei der Veröffentlichung für Deutschland zu einer  Überraschung.

In der deutschen Wirtschaft läuft es weiterhin rund.

Mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent konnte die deutsche Wirtschaft stärker als erwartet zulegen, wobei die Binnennachfrage und (Bau-) Investitionen die zentralen Treiber waren. Gegenüber dem Anstieg von 0,3 Prozent im Schlussquartal 2015 stellt dies eine deutliche Dynamisierung der Wirtschaftsleistung dar. In den USA gab es ebenfalls einige positive Entwicklungen bei den Wirtschaftskennzahlen: So legten die Einzelhandelsumsätze im April um 1,3 Prozent zu. Der Wert lag damit deutlich über den Erwartungen und konnte die negative Entwicklung aus dem Vormonat mehr als ausgleichen.

Kauflaune ist weiterhin hoch

Auch das Konsumentenvertrauen verbesserte sich stark. Nachdem die Stimmung der US-Verbraucher in den vergangenen Monaten stetig zurückgegangen war, kletterte der Wert für April von 88,9 auf 95,8 Punkte und markierte damit einen der höchsten Stände der vergangenen Jahre. Sowohl die guten Einkommenserwartungen als auch das positive Arbeitsmarktumfeld trugen dazu bei.

Der Ölpreis der Sorte Brent erholte sich merklich und schloss auf einem Niveau von 47,83 US-Dollar je Barrel. Auf der Währungsseite legte der US-Dollar gegenüber dem Euro um 1,10 Prozent zu und schloss bei 1,14 EUR/USD. Gegenüber dem japanischen Yen gewann der Euro 1,16 Prozent.

In diesem Marktumfeld entwickelte sich aus Sicht des Euro-Anlegers der europäische Aktienmarkt am besten, gefolgt vom US-amerikanischen und japanischen Markt. Gegenüber dem MSCI World entwickelten sich die Emerging Markets wiederholt schlechter. Innerhalb Europas entwickelte sich der deutsche Aktienmarkt schwächer. Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA folgende Branchen überdurchschnittlich: Versorger, nicht-zyklischer Konsum und Gesundheit.

Eine unterdurchschnittliche Entwicklung wiesen die Sektoren zyklischer Konsum, Finanzen und Industrie auf. In Europa sah das Bild wie folgt aus: Eine Outperformance zeigten Werte aus den Sektoren Telekom, Gesundheit und nicht-zyklischer Konsum. Underperformer waren die Sektoren Grundstoffe, Energie und Finanzen. Kleinkapitalisierte Werte (Small Caps) schnitten gegenüber Large Caps in Europa und in den USA schlechter ab. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelte sich das „Growth“-Segment in Europa und in den USA besser.

Im Rentenbereich entwickelten sich Hochzinsanleihen am besten, gefolgt von Euro-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating. (tr)

Foto: Shutterstock