Die Welt ersäuft in Schulden – Folgen für die Geldanlage

Gar nicht mehr! Außer einem billigen Plastiksparschwein werden sie am nächsten Weltspartag nichts mit nach Hause nehmen. Und je mehr den Anlegern die zinslosen Risiken bewusst werden, umso mehr müssen sie auf Sachkapital umsatteln.

Als sachkapitalistische Helden sollten Gold und Silber nicht ver-, sondern gekauft werden. Einen dramatischen Preisanstieg werden die Notenbanken zwar zur Verhinderung einer Ersatzwährung zu Euro, US-Dollar oder Yen verhindern. Bullenmärkte wie 1970 bis 1974, 1976 bis 1980 und 2001 bis 2011 sind vorerst leider illusorisch. Jedoch profitieren Edelmetalle in unserer vom geldpolitischen Durchlauferhitzer finanzierten Schuldenwelt von ihrer stabilen Werterhaltungsfunktion. Gold und Silber  behalten selbst im Extremfall ihre Knackfrische. Dagegen wurden Staatsschulden früher oder später – immer, ohne Ausnahme – zu Fallobst, entweder durch Hyperinflation oder durch Ausbuchung z.B. im Rahmen von Währungsreformen wie 1948 in Deutschland. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass fast 80 Prozent der Bundesbürger ihr Geldvermögen in Zinspapieren ansparen. Was für ein theoretisches Verlustpotenzial!

Renditeausfall im Zinsvermögen macht Aktien zum Gewinner

Das Gegenargument, das physisches Gold oder Silber keine Jungen in Form von Rendite bekommen, ist übrigens mausetot. Denn auch die große Alternativanlageklasse „Zinsvermögen“ leidet dramatisch unter Nachwuchssorgen. Der Renditeausfall im Zinsvermögen macht ebenso Aktien zu einem Schuldenkrisen-Gewinner. Titel wie z.B. Daimler oder Siemens haben zwei Weltkriege überlebt. Qualität ist durch nichts kaputtzukriegen. Und als Sachkapitalwerte sind Aktien nicht zuletzt Inflationsgewinner. Bei Preissteigerungen, die geldpolitisch nicht mehr behandelt werden (können), werden sie angehoben wie Schiffe bei Flut.

Der guten alten Zinszeit und stabilen Notenbanken wie der Deutschen Bundesbank kann man nachtrauern. Auch ich vermisse sie sehr. Aber grämen wir Anleger uns nicht. Wir müssen das Beste daraus machen. Wir sollten unser Anlageverhalten frei am früheren Schlager der Spider Murphy Gang „Skandal im Sperrbezirk“ orientieren: Und wenn dich dein Zins nicht liebt, wie gut, dass es Gold und Aktien gibt!

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator. Er ist aus Funk und Fernsehen bekannt und schreibt regelmäßig für Cash.

Foto: Baader Bank

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