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Europameisterschaft

Zugegeben: Gefrustet war ich schon, als “unsere” Mannschaft nach dem Halbfinale wieder nach Hause fahren musste. Gäbe es aber eine Europameisterschaft der Kapitalanlage, wäre der Frust der deutschen Sparer wohl noch größer. Während diese nämlich immer noch überwiegend auf Bankeinlagen und Anleihen setzen, sind die klaren Gewinner die Aktionäre. Die Naumer-Kolumne

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Welcher Aktienindex auch immer für die europäischen Teams über einen längeren Zeitraum gegenüber einer Rentenanlage angetreten wäre, die Teams DAX, CAC 40 und Co. hätten durch ein klares Renditeplus gewonnen. Wer zur Europameisterschaft 1992 in Schweden, also vor 24 Jahren, in Aktien investierte, konnte sich über die Jahre über satte Renditen freuen.

“Zitterprämie” von 2,5 Prozentpunkten

Klarer Champion war Irland mit dem Team ISEQ mit 8,8 Prozent pro Jahr, gefolgt von Spanien mit Team IBEX 35 (8,5 Prozent). Belgien brachte es auf 7,6 Prozent p.a. Das Team DAX schaffte 6,7 Prozent, England mit dem FTSE 100 6,4 Prozent. Aber auch europäisches Team-Play hat sich gelohnt: Der MSCI Europa brachte über die letzten 24 Jahre knapp acht Prozent. Anders ausgedrückt: Aus 100 Euro Anlage in einen breiten europäischen Aktienkorb wären knapp 730 Euro geworden. Ein Zugewinn von 630 Euro. Zum Vergleich: europäische Staatsanleihen schafften im Durchschnitt der Jahre einen Wertzuwachs von nur 5,5 Prozent – im wohl besten aller Zeiträume für Anleihen. Deutsche Staatsanleihen, gemessen am REX-P, nur 4,5 Prozent. Die “Zitterprämie” betrug im Vergleich europäischer Aktien mit Anleihen 2,5 Prozentpunkte im Schnitt der Jahre.

Guter Vorsatz zur Vorbereitung auf die nächste Meisterschaft: Nicht nur mit Verteidigern spielen. Der “Sturm” muss ausgebaut werden. Dabei gelingt eine gute Mannschaftsaufstellung am besten mit Mischfonds und Multi-Asset-Lösungen. Wembley-Stadion wir kommen!

Hans-Jörg Naumer ist Global Head of Capital Markets & Thematic Research von Allianz GI.

Foto: Allianz GI