Positive Daten aus Europa mehren sich

Nach postiven Signalen von der Notenbank und der Konjunkturfront hat Merck Finck die Gewichtung europäischer Aktien auf „Neutral“ angehoben.

Robert Greil sieht Aktien aus der Eurozone wieder positiver.
Robert Greil sieht Aktien aus der Eurozone wieder positiver.

Auf Seiten der Notenbanken ist absehbar, dass die Fed im Dezember ihren Leitzins anheben und die EZB ihre hochexpansive Geldpolitik vorerst beibehalten wird. Gute Konjunkturdaten für die US-Wirtschaft, die Unternehmensstimmung beiderseits des Atlantiks, Industrieproduktions- und Auftragstrends sowie das Verbrauchervertrauen in Europa trugen zum klareren Ausblick bei. Zugleich mehren sich auf Basis der gestiegenen Ölpreise die Anzeichen für eine leicht anziehende Inflation. Das würde den Firmen mehr Preissetzungsmacht einräumen.

Auf politischer Seite zeichnete sich lange ein Sieg von Hillary Clinton bei der US-Präsidentenwahl am 8. November ab. Nach neuen FBI-Ermittlungen und Wikileaks-Enthüllungen wurde er zuletzt zwar wieder fraglicher, wie die aktuell erneut ausgeglichenen Umfrageergebnisse zeigen. Allerdings dürfte das US-Wahlsystem Clinton weiterhin bessere Chancen geben als Trump. Spanien bekommt nach einer zehnmonatigen politischen Blockade wieder eine reguläre Regierung. „Mit der Anhebung der Gewichtung europäischer Aktien und von Aktien insgesamt und unserer Empfehlung, noch stärker auf inflationsgeschätzte Euro-Staatsanleihen und diversifizierte Rohstoffinvestments zu setzen, tragen wir den weniger nebulösen Perspektiven mit etwas mehr Risiko bei weiterhin hoher Diversifikation Rechnung”, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

Jüngste Entwicklungen: trotz positiver Tendenzen bleiben Risiken

Trotz der jüngsten Entwicklungen bleiben Risiken: Einerseits ist ein US-Präsident Trump weiter möglich, andererseits könnte am 4. Dezember bei Italiens Referendum ein „Nein” zu Premier Renzis Senatsreform politische Turbulenzen hervorrufen. Zugleich bleiben die amerikanische wie auch die chinesische Konjunktur zwar recht stabil, aber anfällig für negative Einflüsse etwa von geopolitischer Seite. Daher geht Merck Finck bei ihrer diversifizierten Anlagestrategie nicht stärker ins Risiko.

Aktien: klarerer Ausblick sollte helfen

Den Aktienmärkten sollte die Kombination aus etwas besseren Zahlen von Unternehmens- wie volkswirtschaftlicher Seite und mehr Klarheit auf politischer wie Notenbankebene helfen. Die aufgehellte Lage hat auch dem Dax etwas Rückenwind verliehen. Der deutsche Leitindex könnte im November über das obere Ende seiner Seitwärtsspanne zwischen 10.300 und 10.750 Punkten ansteigen.

Die Rentenmärkte beginnen vorsichtig, die Anzeichen für eine leicht steigende Inflation einzupreisen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen entfernt sich allmählich von der Null-Linie nach oben. Obwohl dieser Trend volatil bleiben dürfte, ist eine weiter leicht aufwärts gerichtete Entwicklung wahrscheinlicher geworden. Dass im Markt aber auch die Angst vor einem stärkeren Anstieg herrscht, belegen Umfragen, nach denen ein Anleihen-Crash unter Investoren derzeit mit als größtes Risiko angesehen wird. In diesem Umfeld gewichtet Merck Finck die Rentenseite nach wie vor unter.

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Für Rohstoffe geht die Bank von einer anhaltenden Stabilisierung der Preisniveaus mit leicht steigender Tendenz aus. Rohstoffpositionen sollten – auch aus Diversifizierungsgründen – aufgestockt werden. Auf der Währungsseite zeigte der US-Dollar gegenüber fast allen Währungen Stärke – zum Euro näherte er sich der Mitte der von Merck Finck prognostizierten Spanne 1,00 bis 1,15 an. (tr)

Foto: Merck Finck

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