22. Juli 2016, 09:02
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Sommer 2016 – an den Finanzmärkten wird er nicht heiß

Die USA bleiben von politischen Krisen weitgehend verschont. Sie haben den Status eines sicheren Hafens. Daneben profitiert Amerika von einem marktwirtschaftlichen, wettbewerbsfreundlichen Nährboden für Investitionen, der in anderen Industrieregionen wie Japan oder Europa fehlt und daher selbst deren üppigste geldpolitische Düngung konjunkturell weitgehend wirkungslos macht.

Unterstützend für US-Aktien wirkt zudem das Ende der Zinswende als bisheriges Damokles-Schwert. Die Fed weiß, dass weltwirtschaftlich und zur Verhinderung von Folgeschäden aus der Brexit-Krise bzw. aus der Normalisierung der Wachstumsraten in den Schwellenländern keine weiteren Zinsrestriktionen möglich sind. An den Derivatemärkten zeigen sich die spekulativen Finanzanleger mit dem Ausbau ihrer Netto-Long-Positionen bereits deutlich risikofreudig. Diese positive Einschätzung unterstreicht der S&P 500 mit einem historischen Höchststand.

Wenn alle ihre Währungen schwächen, wird keine wirklich schwach

Zur exportseitigen Wettbewerbsverbesserung der Eurozone hat die EZB ihr Aufkaufprogramm auch auf Unternehmensanleihen ausgeweitet und könnte zur Eindämmung der Bankenkrise bald Bankanleihen oder sogar notleidende Kredite aufkaufen. Denn das verringert die Attraktivität von hiesigen Zinspapieren gegenüber denen anderer Anlageregionen.

Diesem Unterfangen werden andere exportstarke Länder jedoch nicht tatenlos zusehen. Im Rahmen eines internationalen Währungsabwertungswettlaufs setzen sie mit erhöhten Anleiheaufkaufprogrammen und Niedrigzinspolitik ebenso auf Exportbegünstigung. Mittlerweile haben selbst die USA die Vorteile des Exports erkannt. Sie haben kein Interesse, den Dollar über eine weitere Leitzinswende zu stärken. Da nachhaltig keiner gewinnt, wenn alle ihre Währung zu schwächen versuchen, ist keine dramatische Abwertung des Euros zu erwarten, solange eine nachhaltig schwere politische Krise in der EU ausbleibt.

Aktiensparpläne – Banal, aber auch genial

Vor dem Hintergrund latent vorhandener Krisenfaktoren dürften Kursschwankungen an den Aktienmärkten – wenn auch nicht dramatisch – wieder zunehmen. Mit z.B. Discount- und Bonuszertifikaten bzw. Aktienanleihen lassen sich Teilabsicherungen gegen zwischenzeitliche Börsenverluste günstig darstellen. Allerdings schreit das Auf und Ab an den Aktienmärkten förmlich nach Aktiensparplänen, am besten auf Indices, um das Einzelwertrisiko zu mildern sowie regelmäßig, um das Risiko größerer einmaliger Anlagen zu umgehen.

Dann kommen die Anleger in den Genuss der Kraft der zwei Herzen. Erstens, bei steigenden Kursen erhält man zwar weniger Aktienanteile, dafür nimmt man jedoch die Kurssteigerungen mit. Und wenn zweitens die Aktienkurse zwischenzeitlich fallen, erhält man bei gleichbleibendem Sparplan mehr Aktienanteile. Bei wieder steigenden Kursen macht sich dann das kaufmännische Motto “Im Einkauf liegt der Gewinn” positiv bemerkbar. Aktiensparpläne sind eine Altersvorsorge für alle.

Seite drei: Aktuelle Marktlage und Anlegerstimmung – Krisen als Fata Morganas

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