22. Juli 2016, 09:02
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Sommer 2016 – an den Finanzmärkten wird er nicht heiß

Die ZEW Konjunkturerwartungen fallen mit minus 6,8 nach zuvor 26 dramatisch auf den niedrigsten Stand seit November 2012. Normalerweise wäre das ein die Finanzmärkte schockierendes Konjunkturereignis. Doch sollten diese Indexzahlen nicht als Signal für eine bald deutlich schwächere Konjunktur überbewertet werden. Denn zunächst tendieren die vom ZEW befragten Finanzanalysten regelmäßig dazu, die Folgen von Ereignissen finanzwirtschaftlicher Natur – siehe italienische Bankenkrise – bzw. politischen Ursprungs – Brexit – auf die Realwirtschaft zu überschätzen.

So weichen die Analysten in puncto ZEW Konjunkturerwartungen im Gegensatz zu den ifo Geschäftserwartungen – bei denen Unternehmen aus dem konjunktursensitiven Verarbeitenden Gewerbe direkt befragt werden – deutlich negativ ab. So ist für die ifo Geschäftserwartungen im Monat Juli lediglich ein leichter Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge zu erwarten. Ohnehin hat aber auch der fundamentale Hintergrund in unserer „modernen“ Finanzwelt an Aktienkurs beeinflussender Bedeutung verloren. Besonders robuste Konjunkturdaten könnten sich sogar als kontraproduktiv erweisen, da sie die Notwendigkeit der geldpolitischen Vollalimentierung reduzierten und die Liquiditätshausse Auftrieb kosten würde. Damit verbunden sind die abgeweideten Renditewiesen im Bereich Zinsvermögen, die sich mit teilweise sogar negativen Renditen nicht als Parkgelegenheit für Anlagegelder anbieten.

Charttechnik Dax und Euro Stoxx 50 – die Hürden werden höher

Wird charttechnisch im Dax die erste Unterstützung bei 9.984 Punkten unterschritten, dürfte die Auffangzone zwischen 9.819 und 9.753 angesteuert werden. Die Unterschreitung der knapp darunter liegenden, noch nicht geschlossenen Kurslücke zwischen 9.690 und 9.656 würden die Chance auf eine Fortsetzung der Dax-Rallye deutlich verschlechtern. Sollte der Dax auf dem Weg nach oben die Hürde bei 10.123 Punkten dynamisch überwinden, werden die nächsten Widerstände bei 10.340 und 10.485 in Angriff genommen. Darüber liegt die nächste Hürde am seit April 2015 bestehenden Abwärtstrend bei 10.560 Punkten.

Im Euro Stoxx 50 liegt die erste nennenswerte Unterstützung bei 2.904 Punkten. Darunter wartet bei 2.850 die nächste Auffanglinie, der eine weitere bei rund 2.800 folgt. Auf dem Weg nach oben liegt eine Mauer aus Widerständen bei zunächst 2.990 und darüber 3.025 Punkten, gefolgt von weiteren Barrieren zwischen 3.062 und 3.137 sowie 3.156.

Seite vier: Der Wochenausblick für die KW 30 – zahm, zahmer, Fed

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