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Weniger Bankeinfluss nach Manipulationsskandal – Reformplan für Libor steht

Mit einer grundlegenden Reform will der Börsenbetreiber ICE das Vertrauen in den skandalumwitterten Referenzzinssatz Libor wiederherstellen.

Das Vertrauen in den Libor soll in der City of London wieder hergestellt werden.

Dazu soll vor allem der Einfluss von Schätzungen einzelner Banker für diese wichtige Kennziffer in der Finanzwelt [1] reduziert werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Umbauplan hervorgeht. Die Berechnung wird auf eine breitere Basis gestellt und transparenter gemacht.

So sollen künftig nicht mehr nur die Zinsen für Geschäfte von Banken untereinander hinzugezogen werden, sondern auch die kurzfristigen Geldvergaben von Notenbanken [2] und anderen Unternehmen. Zudem will die ICE mehr tatsächliche Transaktionen in die Berechnung einbeziehen. Langfristig ist eine vollständig digitale Erfassung geplant. Die Reformen sollen im Laufe dieses Jahres eingeführt werden.

Bislang war die Berechnung des Libor (London Interbank Offered Rate) für Außenstehende ein weitgehend schwarzes Loch. Einzelne Bankmitarbeiter machten einmal am Tag ihre Eingaben, aus denen der Referenzzinssatz gebildet wurde, von dem Finanzgeschäfte im Volumen von rund 350 Billionen US-Dollar abhängen. Die Eingaben der Banken mussten dabei auch nicht unbedingt auf realen Geschäften basieren, sondern waren in der Regel Schätzungen einzelner Banker bei verschiedenen Großinstituten.

Damit war das System anfällig für Betrügereien, wie der Banken-Skandal um manipulierte Kurse zeigte. In zahlreichen Instituten, auch der Deutschen Bank, soll dabei versucht worden sein, die Zinssätze so zu beeinflussen, dass eigene Geschäfte davon profitierten. Es wurden deshalb Milliardenstrafen verhängt.

Der US-Börsenbetreiber hatte 2014 die Verantwortung für die Libor-Berechnung von der British Bankers’ Association (BBA) übernommen.

Quelle: dpa-Afx/tr

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