2. Dezember 2016, 07:55
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Zinsmärkte: Angst vor dem GAU?

Aber wie könnte es zu dieser Zinswende kommen? Das Szenario einer durch die Trumponomics kaltgestarteten US-Konjunktur hat das Potenzial von weltweitem Inflationsdruck. Hinzu kommen steigende Rohstoffpreise wegen Förderkürzungen durch das Ölkartell Opec. Denn sollte Trump den Atom-Deal mit dem Iran aufkündigen, wäre auch die Rückkehr des Iran an den Rohölmarkt beendet. Insofern müssten die Opec-Staaten ihre hohen Förderquoten im Preiskampf mit dem Erzfeind Iran zur Verteidigung von Marktanteilen nicht mehr aufrechterhalten.

Gemäß geldpolitischem Lehrbuch würde schnell der “Casus Belli”, der Kriegsfall ausgerufen: Mobilmachungen in Form von Leitzinserhöhungen und Zurückführungen von Anleiheaufkäufen zum Zwecke der Inflationsvorbeugung sind unverzüglich durchzuführen.

Tatsächlich scheint der Rentenmarkt bereits erste Signale einer Renditewende bei US-Staatspapieren einzupreisen. Und da der US-Anleihemarkt für die globalen Rentenmärkte der unbestrittene Leithammel ist, sind auch leichte Renditesteigerungen in Deutschland zu beobachten.

Trendumkehr nach 35 Jahren Hausse?

Ginge der Umkehrschub bei Renditen unvermindert weiter, wären vor allem große Kapitalsammelstellen und Vermögensverwalter gezwungen, ihre gewaltigen Anleihebestände vorbeugend zu verkaufen. Sie sind ohnehin starkem Konkurrenzdruck ausgesetzt. Sie werden dann  nicht warten, bis aus Buchgewinnen Buchverluste werden. Und je mehr Good-bye zu Anleihen sagen, umso mehr steigen die Renditen. Die Baisse nährt die Baisse.

Zinserholungen sind auch Gift für die größte konkurrierende Anlageklasse “Aktien”. Der deutsche Leitindex Dax befindet sich auf dem aktuell relativ hohen Kursniveau nicht aus fundamentalen Gründen, sondern vor allem wegen der seit 2008 stark gesunkenen Renditen der größten Alternativanlage “Zinsvermögen”. Früher, als es für deutsche Staatspapiere noch was gab, hatte der Dax keine Chance, nachhaltig über 8.000 Punkte zu steigen. Warum auch bei risikolosen und attraktiven Brot und Butter-Renditen von vier bis fünf Prozent. Sollte es zu einer klaren Renditeumkehr nach oben kommen, hätte der Aktienmarkt heute erneut schlechte Karten.

Seite drei: Ist ein Anleihe-Crash möglich?

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