Sechs Tipps für ein erfolgreiches Anleiheninvestment

4. Sich über das Risiko-Ertrags-Profil des Portfolios bewusst werden

Mehr Risiko einzugehen, um höhere Renditen zu erzielen, ist verlockend. Dennoch sollten Anleger immer sicherstellen, dass den Risiken angemesse Erträge gegenüberstehen. Es gilt, eine Verlängerung der Duration zu vermeiden, wenn die Zinsen steigen. Anlagen in risikoreichere Papiere können kurzfristig in Ordnung sein – solange die Konjunktur stark bleibt. Wenn sich das ändert, wird es möglicherweise gefährlich. High-Yield-Renditen reichen beispielsweise nicht mehr aus, wenn die Ausfallquote von zurzeit zwei Prozent wieder auf ein normaleres Niveau von fünf Prozent steigt.

Im Vergleich dazu haben Emerging-Markets-Anleihen, nachrangige Finanzanleihen und Unternehmens-Hybridpapiere günstige Risiko-Ertrags-Profile und bieten attraktive Renditen. Wenn Sie sich für Unternehmen entscheiden, die mit einer dauerhaft hohen Qualität überzeugen, können Sie sicher sein, dass sie die ,richtigen Risiken‘ eingehen. Diese Anleihen können negative Auswirkungen einer nachlassenden Konjunktur abfedern.

5. Zu viele Umschichtungen vermeiden

Um die besten Chancen nutzen zu können, ist es von äußerster Wichtigkeit, flexibel umschichten zu können. Umschichtungen sind aber teuer und können die Erträge schnell aufzehren. Das gilt vor allem dann, wenn die Anleiherenditen so niedrig sind wie zurzeit. Üblicherweise liegt die Geld-Brief-Spanne bei 30 bis 40 Prozent der Rendite. Wenn Sie also zu viele Umschichtungen vornehmen, müssen Sie jedes Mal diese Spanne bezahlen, und das geht immer zu Lasten der Erträge. Ein Short-Duration-Portfolio, bei dem regelmäßig Anleihen fällig werden, kann auch deshalb für mehr Erträge sorgen, weil der Anleger im Grunde genommen nur einen Teil der Geld-Brief-Spanne bezahlt.

6. Auf Währungsrisiken achten

Wer weltweit investiert, geht Währungsrisiken ein. Beispielsweise sind High-Yield- und Emerging-Markets-Fonds in der Regel in US-Dollar denominiert. Die in ihnen enthaltenen Anleihen können aber in jeder Währung notiert sein. Fondsmanager behandeln das Währungsrisiko als Teil des Gesamtrisikos des Portfolios – schließlich werten Währungen mal auf und mal ab – oder sie sichern dieses Risiko ab.

Bei nicht währungsgesicherten Ansätzen können die Erträge steigen, wenn sich die Währungen günstig entwickeln. Eine ungünstige Entwicklung kann aber immense Folgen für die Anleihenrenditen haben. Wenn Sie dafür sorgen, dass der Wert Ihres eingesetzten Kapitals so wenig wie möglich schwankt, sind auch Ihre laufenden Erträge stabil. Investoren, die dieses Risiko minimieren wollen, sollten sich wahrscheinlich für einen Fonds mit Währungsabsicherung entscheiden.

Chris Iggo ist CIO von Axa Investment Managers.

Foto: Axa IM

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