16. August 2017, 08:25
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Hochzinsanleihen: Einstieg oder Ausstieg in Branchen im Umbruch?

Wer in Hochzinsanleihen investiert geht langfristige Risiken ein. Gerade in den Sektoren Technologie, Medien und Telekommunikation ist es nicht einfach, diese abzuschätzen. Doch es gibt vier Fragen, die die Investitions-Entscheidung erleichtern. Gastbeitrag von Meridith Alin, Senior Credit Analyst bei NN Investment Partners

NNIP-Alin-Meridith-Kopie in Hochzinsanleihen: Einstieg oder Ausstieg in Branchen im Umbruch?

Meredith Alin: “Vier Kriterien helfen dabei zu bestimmen, ob die Zeit reif ist für eine Investition oder ob die Anleihen kurz vor einem Zusammenbruch stehen.”

Für Anleger in Hochzinsanleihen ist es eine Herausforderung, ein längeres Kreditrisiko in Branchen einzugehen, die gerade einem tiefgreifenden Wandel unterliegen. Einige Branchen, darunter der Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) in den USA, befinden sich inmitten eines solchen strukturellen Umbruchs. Das lässt Anleger an der Langlebigkeit dieser Branchen zweifeln– und damit daran, in diesen Segmenten zu investieren.

Magere Renditen bei Hochzinsanleihen

Hochzinsanleihen aus diesen Branchen bieten jedoch häufig vergleichsweise hohe Renditen. Somit ist es eine schwierige Entscheidung, auf sie zu verzichten und damit eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung zu riskieren.

Der Markt der Hochzinsanleihen bietet aktuell im Durchschnitt magere Renditen. Bei einer Rendite des US-Hochzinsmarkts von 5,6 Prozent kann die Fondsperformance stark von der Ausrichtung auf höher rentierliche Branchen abhängen, wie Festnetztelekommunikation (6,8 Prozent), Einzelhandel (7,7 Prozent) und Energie (7,0 Prozent). Folglich brauchen Investoren eine Methode, die sie rechtzeitig erkennen lässt, wann der Druck des Wandels zu hoch werden dürfte und es Zeit wird auszusteigen.

Fallbeispiel TMT-Branche

Die TMT-Branchen sind ein gutes Fallbeispiel um zu beurteilen, welche im Umbruch befindlichen und unter Druck stehenden Sektoren noch vernünftige Hochzins-Investments bieten. Die klassische Medienbranche hat Mühe, relevant zu bleiben, da neue Technologien die Verbreitung von Inhalten, den Wandel der Medienkonsum-Gewohnheiten und die Entwicklung alternativer Werbeformen beschleunigt haben.

Deshalb kämpfen Zeitungen um ihre Leser und Inserenten. Radiosender werden mit der breiten Nutzung von Streaming-Diensten konfrontiert und Fernsehsender mit Geräten, die Werbung ausblenden, und sinkenden Zuschauerzahlen.

Schwierige Entscheidung

Festnetztelekommunikationsanbieter haben ebenfalls an Relevanz verloren: Die Welt ist gesättigt mit mobilen Endgeräten und geprägt von einem größeren Wettbewerb seitens Breitbandanbietern wie Kabelunternehmen. Die Erträge der Anbieter wachsen langsamer und die Anleihekurse vieler Emittenten sind erheblich zurückgegangen.

Es ist nicht leicht, sich dafür oder dagegen zu entscheiden, in solchen Sektoren eine Anleiheanlage einzugehen.

Seite zwei: Diese vier Kriterien erleichtern die Entscheidung

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