Anzeige
Anzeige
7. Juni 2017, 09:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Auf dem europäischen High Yield Markt die großen Benchmark-Titel meiden

Die Handlungen von US-Präsident Trump machen den dortigen Anleihemarkt nur kurzzeitig nervös. In Europa ist es immer wahrscheinlicher, dass die Zentralbank die Geldpolitik an das verbesserte Makroumfeld anpasst. Dennoch tendieren die Risikoprämien bei Anleihen weiterhin scheinbar eher abwärts. 

Peters-Markus-AB-750 in Auf dem europäischen High Yield Markt die großen Benchmark-Titel meiden

Markus Peters, AB: “Historisch günstige Bewertungen im Lokalwährungssegment”

Obwohl einige Risiken nicht besonders ansprechend kompensiert werden, muss der Stab nicht über dem gesamten Anleihemarkt gebrochen werden, meint Markus Peters, Senior Portfolio Manager Fixed Income beim Asset Manager AllianceBernstein (AB).

In den USA beeinflusst die Sorge um die Schlagzeilen zu Präsident Donald Trump die Finanzmärkte nicht sonderlich nachhaltig. So hat der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 ein Allzeithoch erreicht und auch die Risikoprämien für Unternehmensanleihen wurden nicht nachhaltig erhöht. Zugleich beobachten wir, dass Unternehmen zunehmend ihre liquiden Mittel für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe einsetzen. Dadurch ist der Anteil wachstumsorientierter Investments gesunken. Dies kann als Indiz gesehen werden, dass wir uns in einer späten Phase des US-Kreditzyklus befinden. Anleiheinvestoren sollten unserer Einschätzung nach angemessene Risikoprämien für derartige fundamentale Verschiebungen verlangen. In großen Teilen des US-Unternehmensanleihemarktes sind diese allerdings kaum zu finden.

Auf der anderen Seite bleibt der Wirtschaftsausblick für die USA gut. Zyklische Titel lassen sich vor diesem Hintergrund durchaus im Portfolio rechtfertigen. Allerdings sollte das Augenmerk auf das Bewertungsniveau gelegt werden. Hypothekenbesicherte Anleihen stellen eine Möglichkeit dar, weiterhin an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung teilzuhaben. Gleichzeitig können Anleger mit Teilen dieser verbrieften Wertpapiere ähnliche Renditen wie am Hochzinsanleihemarkt erwirtschaften.

EZB bereitet den Ausstieg – schrittweise – vor

In Europa haben sich die Wirtschaftsdaten verbessert und die Inflation steigt tendenziell an. Ist damit die aktuelle Geldpolitik noch gerechtfertigt? Eine Frage, mit der sich die Anleger intensiv beschäftigen sollten. Denn schon heute befindet sich der Einkaufsmanagerindex auf einem Niveau, auf dem die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vergangenheit eher geneigt war, ihre Geldpolitik restriktiver zu gestalten. Und auch wenn die Inflationsrate noch nicht das angestrebte Ziel erreicht hat, haben sich inzwischen die deflationären Risiken deutlich verringert.

Anpassung der ultralockeren Geldpolitik bereits in diesem Monat?

Die EZB könnte es schon im Juni als gerechtfertigt sehen, den ersten Schritt zu machen, um die ultralockere Geldpolitik anzupassen. Zunächst wird die Zentralbank in unseren Augen jedoch ihre Kommunikation anpassen, wenn es um die Bewertung der Wachstumsrisiken geht. Damit würde sie eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik signalisieren. Anleger sollten sich darauf vorbereiten, dass schon zu Beginn einer Debatte um ein mögliches “Tapering” verschiedene Marktsegmente neu bepreist werden könnten. Auch wenn eine detaillierte Ankündigung zur Abkehr vom Aufkaufprogramm zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten ist, erscheinen äußerst niedrig-verzinsliche europäische Staatsanleihen wie auch europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen besonders anfällig für einen Abverkauf – sie hatte die EZB direkt gekauft und dadurch sehr stark gestützt. Die Negativrenditen könnten somit ein Ende finden und die Risikoaufschläge ansteigen.

Seite zwei: Verschiebungen bei Investment Grade und Hochzinsanleihen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Exportdeckungen erreichen Rekordhoch

Angesichts wachsender wirtschaftlicher und politischer Risiken steigt die Nachfrage nach Kreditversicherungen in der deutschen Wirtschaft deutlich: Nach Hochrechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) decken die Kreditversicherer im Jahr 2018 Lieferungen im Wert von 424 Milliarden Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Einheitlicher Einbau von Rauchmeldern zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Wohnungseigentümer bei Bestehen einer landesrechtlichen Pflicht den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern in allen Wohnungen auch dann wirksam beschließen können, wenn dadurch Wohnungen einbezogen werden, deren Eigentümer bereits Rauchmelder angebracht haben (Az.: V ZR 273/17).

mehr ...

Investmentfonds

Der Handelskrieg ist ein Stellvertreterkrieg

Im Kalten Krieg hatten die USA den Wettstreit um die Nr. 1 in der Welt gegen die Sowjetunion militärisch klar für sich entschieden. Der Kalte Krieg von damals ist heute zum heißen Wirtschafts-Krieg geworden. Nicht mehr nur von militärischer, sondern immer mehr von wirtschaftlicher Stärke hängt ab, wer das Zepter über die Welt schwingt. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Weihnachtsgeld: Wer es für was ausgibt

Knapp 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland dürfen sich in diesem Jahr über Weihnachtsgeld freuen. Wer es bekommt, gibt es in erster Linie für die Weihnachtseinkäufe aus, wie eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im Auftrag der Creditplus Bank AG zeigt. Beliebt ist auch, das Geld zu sparen oder es für den Lebensunterhalt zu verwenden. Wer den Zusatzverdienst besonders schnell verprasst.

mehr ...

Sachwertanlagen

PRIIPs: Verbände begrüßen Verschiebung

Der Stichtag für die Anwendung der PRIIPs-Verordnung über Basisinformationsblätter für Wertpapierfonds und Alternative Investmentfonds (AIF) soll um zwei Jahre auf den 31. Dezember 2021 verschoben werden. Die Betroffenen begrüßen den Aufschub.

mehr ...

Recht

Vorweihnachtlicher Paket-Betrug: So shoppen Langfinger

Millionen Päckchen und Pakte sind in der Adventszeit unterwegs. Die Zusteller sind im Vorweihnachtssstress. Aber nicht alle Besteller in Online-Shops haben das Wohl der Mitmenschen im Sinn. Einige treibt kriminelle Energie. Rechtsexperten der Arag erläutern, was es mit dem Paket-Betrug auf sich hat.

mehr ...