27. September 2017, 08:19
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“Defizite in der Finanzbildung können die Betroffenen teuer zu stehen kommen”

Besonders umstritten ist die Rolle der Schule. Nur jeder dritte Deutsche (36 Prozent) gibt an, dass ihm wichtiges, auch heute noch relevantes Finanzwissen in der Schule vermittelt wurde. Die befragten Experten signalisieren vor allem den Schulen, dass diese sich intensiver des Themas annehmen sollen. Impulse erwarten sie dabei von der Politik, die sich selbst aber deutlich weniger in der Verantwortung sieht. Eltern, Politik und Schule erfüllen demnach nicht die Erwartungen und weisen die Verantwortung für Verbesserungen jeweils den anderen gesellschaftlichen Akteuren zu.

Die Studie zeigt, dass die Schule nur ein Teil der Lösung ist, ihre Rolle aber trotzdem deutlich gestärkt werden sollte. 73 Prozent der Bevölkerung wünschen eine bessere Verankerung der Finanzbildung bereits in unteren Jahrgängen, 61 Prozent fordern dafür ein eigenes Schulfach.

Erwachsenenbildung ist wichtiger Baustein

Überraschenderweise sieht ein Großteil der Befragten eine Lösung des Problems in der Öffnung der unternehmensinternen Weiterbildung. Vier von fünf Befragten (83 Prozent) halten es für chancenreich, das Thema Finanzbildung über innerbetriebliche Maßnahmen zu fördern. Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) wünschen sich eine Stärkung der Elternkompetenzen. Auf Platz drei folgt die Schule mit 73 Prozent. “Es überrascht, dass Finanzbildung als Teil des Arbeitsverhältnisses gesehen wird. Hier anzuknüpfen könnte ein Baustein auf dem Weg zu einer verbesserten Finanzbildung in Deutschland sein”, sagt Reinke.

Suche nach Lösungen

Nach Ansicht von Union Investment zeigen die Studienergebnisse einerseits, wie groß der Handlungsbedarf bei dem Thema ist und wie erheblich teilweise die Unterschiede im Meinungsbild der verschiedenen befragten Gruppen sind. Reinke: “Wir möchten mit der Studie die öffentliche Debatte über das Thema voranbringen und suchen dazu den Dialog mit den betroffenen Gruppen.” Im nächsten Schritt werden nun mit Experten Lösungen gesucht. (fm)

Foto: Union Investment

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1 Kommentar

  1. Liegt das Problem nicht auch an der Branche, der Presse und dem Verbraucherschutz? Solange wir den Menschen ständig signalisieren, dass sinnvolle Geldanlagen und Vorsorgeprodukte schwierig, komplex und riskant sind, wird sich kaum etwas ändern. Lust machen auf das Thema Geld: Den Spaß, die Einfachheit und die Freude an Geldthemen vermitteln. Damit bauen wir eine Brücke, über die die Menschen gerne gehen. https://www.berndwaldeck.de/finanz-comedy/ Wissenskabarett und Finanzcomedy

    Kommentar von Bernd Waldeck — 29. September 2017 @ 12:07

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