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Gold ist die beste Krisenwährung

Aktuell ist das Vertrauen der Anleger in den Euro gering. Hierzu haben die hohen Schuldenlasten und die politischen Unsicherheiten beigetragen. Deshalb parken Sie ihr Geld in anderen Währungen. Gastbeitrag von Gottfried Urban, Bayerische Vermögen AG

Gottfried Urban sieht Gold immer noch als beste Krisenwährung

2017 ist ein weiteres Jahr mit reichlich politischen Risiken. In Holland, Frankreich und Deutschland stehen Wahlen an, bei denen die Nationalisten und EU-Gegner [1] deutlich an Einfluss gewinnen dürften. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass weitere EU-Mitglieder [2] dem britischen Vorbild folgen werden. Doch allein die Gedankenspiele über einen möglichen Austritt könnten die betreffenden Länder politisch destabilisieren. Neuen Zündstoff bietet Griechenland. Die nahenden Rückzahlungsfristen und der Streit um ein aktuelles Hilfspaket haben die Zinsen für zweijährige Staatsanleihen auf zehn Prozent klettern lassen.

Viele Währungen überbewertet

Also raus aus dem Euro? Fragt sich nur, wohin. Relativ überbewertet sind die Währungen der Schweiz, Norwegens und Dänemarks. Das ist für diese Länder ein Problem. Die Zinsen dort sind aufgrund des Kapitalzustroms teils weit im Minus. Doch das schreckt die Anleger auf der Suche nach Sicherheit nicht. Devisen von Ländern mit geringer Verschuldung sind als Krisenwährung gefragt.

Den Dollarkurs zu prognostizieren, ist kaum möglich. Die Einschätzungen für die kommenden zwölf Monate gehen weiter auseinander als je zuvor. Die Deutsche Bank ist sehr optimistisch und erwartet eine weitere Aufwertung des Greenbacks um mehr als zehn Prozent. Die Gegenposition vertritt das amerikanische Investmenthaus JP Morgan.

Seite zwei: Argumente für den US-Dollar [3]

Für die US-Währung spricht die Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten, Trumponomics genannt. Das Ziel seiner Regierung von Machern ist klar: eine starke und dauerhafte Erholung des Wachstums durch weniger Regulierung, Förderung privater Investitionen und staatliche Infrastrukturprogramme.

Für einen weiteren Anstieg des Dollars sprechen die angekündigten Staatsausgaben und Steuererleichterungen, die das Wirtschaftswachstum [4] in den USA befeuern würden. Das birgt jedoch zugleich die Gefahr, dass der Dollar zu stark wird und die Exportwirtschaft der USA belastet. Dagegen stehen steigende Staatsschulden und der Protektionismus, der die Entwicklung der Währung bremsen könnte. Und US-Präsident Trump könnte durch unbedachte Äußerungen immer wieder das Vertrauen in den US-Dollar schwächen. Damit dürfte insgesamt das Aufwärtspotenzial des US-Dollars begrenzt sein.

Gold bietet Sicherheit

Im Moment ist der US-Dollar zum Euro überbewertet. Den langfristigen fairen Wert (Kaufkraftparität) sehen Experten bei etwa 1,25 US-Dollar pro Euro. Doch Vorsicht: Eine Über- oder Unterbewertung kann jahrelang anhalten. Mit Währungsspekulationen sollten Anleger vorsichtig sein. Lediglich einen Teil des Vermögens sollte man in Währungen außerhalb des Euroraumes anlegen. Ein paar US-Dollar sollten auch nicht schaden. Die wahrscheinlich bessere Krisenwährung dürfte aber Gold sein.

Gottfried Urban ist Vorstand der Bayerische Vermögen AG, Altötting

Foto: Shutterstock