12. September 2017, 07:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hochzinsanleihen: Diese Märkte bieten noch Chancen

Auch wenn die Kurse von Unternehmensanleihen Höchststände erreichen und die Geldpolitik der amerikanischen und europäischen Zentralbank die Volatilität erhöhen wird, sollten sich Investoren nicht aus dem Anleihenmarkt zurückziehen, denn einige Märkte bieten immer noch hohe Renditen. Gastbeitrag von Gershon Distenfeld, AB

Distenfeld-Gershon AB-Kopie in Hochzinsanleihen: Diese Märkte bieten noch Chancen

Gershon Distenfeld: “High-Yield-Anleger haben die große Auswahl unter Emittenten in der ganzen Welt.”

Die Nachfrage der Anleger nach Unternehmensanleihen ist auf dem höchsten Stand seit Beginn der globalen Finanzkrise vor rund zehn Jahren. Die dadurch entstandene Kursexplosion bei einigen Anleihen lässt bereits die Alarmglocken schrillen. Angesichts der erwarteten Leitzinsanhebungen in den USA und des Zurückfahrens der quantitativen Lockerungsmaßnahmen in Europa sollten sich die Anleger in den kommenden Monaten auf Volatilität einstellen.

Investoren sollten sich deshalb jedoch nicht gleich komplett aus hochverzinslichen Anleihen zurückziehen – gerade Unternehmensanleihen haben im vergangenen Jahrzehnt attraktive risikoadjustierte Erträge im Vergleich zu Aktien abgeworfen. Dabei sind sie weit weniger zinssensibel als der breite Anleihemarkt, da ein größerer Teil der Erträge vom Kreditrisiko stammt.

Zahlungsausfälle im High-Yield Sektor werden nicht steigen

Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank eine beruhigende Botschaft aussendet, während sie den Stimulus-Entzug vorbereitet. So kündigte Notenbankchef Mario Draghi nach der letzten Sitzung am 7. September an, dass vorerst alles so bleibt wie es ist, und im Oktober alle Instrumente auf den Prüfstand gestellt werden. Dann gilt es zu prüfen, ob das Anleihekaufprogramm zurückgefahren wird.

Der Konjunkturausblick in vielen Teilen der Welt ist ein weiterer positiver Faktor für hochverzinsliche Anleihen: Die verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen sollten immer mehr Unternehmen zugutekommen und so Pleiten verhindern – ein Anstieg der Zahlungsausfälle im High-Yield-Sektor ist unserer Meinung nach daher nicht wahrscheinlich.

Und nicht zuletzt sollten Hochzins-Anleihen weiterhin von einer robusten Anlegernachfrage profitieren. Denn eine regelrechte Flutwelle von Geld steht zur Anlage in Wertpapiere bereit, die attraktivere Renditen zu bieten haben als das Gros der sichersten Staatsanleihen.

Investoren sollten gesamten Markt nutzen

Dennoch sollten Anleger bei einigen hochverzinslichen Anleihen stets auch auf schwierigere Phasen gefasst sein. Besonders jene Anleger dürften eine schmerzhafte Zeit durchstehen müssen, die ihre hochverzinsliche Allokation nur wenig diversifiziert haben. Eine gute Streuung ist der effektivste Weg, um plötzlich auftretende Volatilität zu überstehen.

Seite zwei: Lukrative Märkte

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Dafür lässt sich ein Bausparvertrag einsetzen

Wer Geld in einen Bausparvertrag anlegt, kann seinen Traum von den eigenen vier Wänden mit einem zinsgünstigen Darlehen finanzieren – das wissen die meisten. Doch neben Kaufen und Bauen gibt es noch viele weitere Vorhaben, die mithilfe eines Bauspardarlehens realisiert werden können. Einzige Voraussetzung: Das Geld muss für eine wohnwirtschaftliche Maßnahme verwendet werden. Annkathrin Bernritter von der Bausparkasse Schwäbisch Hall klärt auf, welche Bau- und Renovierungsmöglichkeiten sich hinter diesem Schlagwort verbergen.

mehr ...

Immobilien

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...

Investmentfonds

Facebook plant Weltwährung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will die Finanzwelt umkrempeln und hat eine neue globale Währung erfunden. Für Milliarden Nutzer weltweit – wie er hofft. Was es damit auf sich hat

mehr ...

Berater

Nullzinspolitik: Banken werden bei Digitalisierung ausgebremst

Nach dem Willen der EZB bleiben die Nullzinsen im Euroraum noch mindestens bis 2020 bestehen. Viele Banken stellt das vor ernsthafte Probleme. 80 Prozent der Institute sagen, dass die Zinsen steigen müssen, damit sie wieder Geld verdienen. Drei Viertel verlangen von der Politik, Banken besser zu schützen und mehr zu deregulieren. Das geht aus einer Umfrage der Software-Firma Camunda hervor. 102 Führungskräfte und Projektleiter wurden befragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Landesgesetz zur Mietpreisdeckelung verhindern Regelungen des Bundes

Das von der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Die Linke), vorgelegte Eckpunktepapier soll am 18. Juni 2019 vom Berliner Senat beschlossen werden und ein erster Gesetzesentwurf bereits Ende August vorliegen. Ein entsprechendes Gesetz könnte damit schon im Januar 2020 verkündet werden. Ein Gesetz in dieser Form wird einer umfassenden verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten. Ein Kommentar von Dr. Markus Boertz, Kanzlei bethge | immobilienanwälte.steuerberater.notar.

mehr ...