Macrons schwierige erste 100 Tage Amtszeit

Die 100-Tage-Marke gilt als bedeutender Zeitpunkt, um eine kurze Bewertung der Regierungszeit neuer Präsidenten vorzunehmen. Für die Amtszeit Emmanuel Macrons fällt diese Zwischenbilanz durchwachsen aus. Gastbeitrag von Timothée Pubellier, Kames Capital.

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Timothée Pubellier: „Macron genießt die niedrigste Zustimmung, die ein französischer Präsident je erhalten hat.“

Emmanuel Macrons Wahlkampagne bescherte ihm einen beachtlichen politischen Vertrauensvorschuss, doch schon nach 100 Tagen schwindet das Vertrauen der Bevölkerung. Die ersten Tage seiner Amtszeit verliefen ausgezeichnet, aber recht schnell verdichteten sich die Wolken. Für erste Probleme sorgten die Skandale, die vier Minister der neuen Regierung unter fragwürdigen Umständen zum Rücktritt veranlassten.

Darauf folgte die durch Einsparungen im Verteidigungsbudget ausgelöste Krise, die zum Rücktritt von Generalstabschef Pierre de Villiers führte. Einen vergleichbaren Fall hatte es zuletzt im Jahr 1958 gegeben.

Franzosen sind mit Macron weniger zufrieden als Amerikaner mit Trump

Auch die mangelnde parlamentarische Erfahrung der Macron-Partei (La République en Marche) warf Schatten auf die Fähigkeit des Präsidenten, das Land grundlegend zu reformieren. Gekrönt wurde diese Negativserie dann durch seine Sozialpolitik. So sanken die Zustimmungswerte für den Präsidenten spürbar, nachdem er bekannt gegeben hatte, dass er die anstehende Reform des Arbeitsmarktes eher per Verordnung als über den üblichen parlamentarischen Weg durchsetzen wolle und zudem eine Kürzung der Wohnungsbeihilfe plane.

Nach 100 Tagen Amtszeit ist lediglich ein Drittel der französischen Bevölkerung (36 Prozent) mit dem Handeln des Staatsoberhauptes zufrieden, bei François Hollande lag die Zufriedenheit 2012 bei 46 Prozent. Macron genießt damit die niedrigste Zustimmung, die ein französischer Präsident je erhalten hat und verfehlt sogar den Wert von Donald Trump.

Hinzu kommt, dass lediglich 23 Prozent der Befragten glauben, dass sich das Land in die richtige Richtung bewegt, gegenüber 45 Prozent im August 2007, drei Monate nach der Wahl von Nicolas Sarkozy.

Ehrgeizige politische Agenda

Es gibt aber auch Positives zu vermelden. So erfüllte Emanuel Macron während der dreimonatigen „Gnadenfrist“ einige seiner symbolträchtigsten Versprechen. Er überwand durch die Bildung einer fortschrittlichen Regierung und Erneuerung der Nationalversammlung auf bisher nicht gekannte Weise alte Parteigräben.

Seite zwei: Auswirkung auf französische Schuldverschreibungen

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