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Reduzierung der Fed-Anleihekäufe als Treiber für den Goldpreis

Die Märkte schätzen die Risiken durch das Quantitative Tightening (QT) der Federal Reserve (Fed) bislang als zu gering ein. Dieser Meinung ist Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds des US-amerikanischen Asset-Managers VanEck.

Gold könnte aus verschiedenen Gründen mittelfristig noch teurer werden.

Seit Anfang Oktober reduziert die Fed ihre durch Anleihekäufe aufgeblähte Bilanz, indem fällige Anleihen nicht mehr ersetzt werden. “Wir befinden uns in einem weit fortgeschrittenen Wirtschaftszyklus, in dem massive Verschiebungen der Zentralpolitik hohe Risiken mit sich bringen und die Anleger auf kurz oder lang in sichere Häfen treiben werden”, sagt Foster.

Blasenbildung? Höchststände am US-Aktienmarkt trotz Liquiditätsabflüsse

Dem Experten zufolge agieren die Aktienmärkte auf die Pläne der Fed aktuell zu selbstgefällig. “Das liegt vermutlich daran, dass die Bilanz zunächst nur um zehn Milliarden US-Dollar pro Monat reduziert wird. Bereits ab 2018 sollen die Abflüsse aber um ein Fünffaches steigen, so dass den Märkten über das Jahr gerechnet 600 Milliarden US-Dollar an Liquidität entzogen werden”, berichtet Foster. Trotzdem tendiere der S&P 500 derzeit eher zu Höchstständen und das Volumen der kreditfinanzierten Aktienkäufe an der New York Stock Exchange (NYSE Margin Debt) befände sich auf Rekordwert. Foster ist überzeugt: “Spätestens, wenn die Fed ab dem kommenden Jahr den Geldhahn stärker zudrehen wird, der für die ohnehin schwache Expansion nach der Finanzkrise verantwortlich war, dürfte die Selbstgefälligkeit am Markt in Angst umschlagen.” Profiteur dieser Angst wäre der Goldkurs und Goldaktien [1].

Technische Faktoren sprechen für Trendwende des Goldkurses

Neben diesem fundamentalen Ausblick sieht der Goldexperte auch technische Faktoren, die seinen positiven Ausblick für den Goldkurs stützen. Eine historische Betrachtung zeige, dass ein Doppeltop beim US-Dollar Index (DXY) mit einem Doppelboden beim Goldkurs einhergehe. Dies sei beispielsweise jeweils mit einem Doppeltop in den Jahren 1985 und 2001 der Fall gewesen, worauf sich jeweils ein Gold-Bullenmarkt gebildet habe. Eine negative Trendwende beim US-Dollar sei damit ein Indikator für einen langfristig steigenden Goldkurs. Und derzeit habe es den Anschein, als sehe der Bullenmarkt für den US-Dollar, der seit 2011 besteht, seinem Ende entgegen.

“Die Fundamentaldaten unterstützen diesen technischen Ausblick”, so Foster. “Während die wirtschaftliche Expansion reift, wird das Quantitative Tightening und steigende geopolitische Risiken Anleger zu Gold und Goldaktien [2] bewegen.” (fm)

Foto: Shutterstock