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Altersvorsorge: Auch Anleger sparen zu wenig

Weltweit legen Menschen zu wenig für ihr Alter zurück, auch Investoren, die sich bereits mit dem Thema Kapitalanlage beschäftigen. Das hat eine Umfrage von Schroders ergeben. Besonders erschreckend ist, dass auch Ruheständler sagen, sie hätten gerne mehr gespart.

Lesley-Ann Morgan: “Das wirkungsvollste Instrument, das Sparern zur Verfügung steht, ist Zeit.”

Eine Umfrage unter mehr als 22.000 Investoren in 30 Ländern hat ergeben, dass Anleger auf der ganzen Welt gerne besser fürs Alter vorsorgen würden. Diejenigen, die den Ruhestand noch vor sich haben, sparen 11,4 Prozent ihres Jahreseinkommens, glauben aber, dass sie 13,7 Prozent auf die Seite legen sollten. Das sind Ergebnisse der Schroders Global Investor Study 2017.

Im Durchschnitt wünschen sich demnach weltweit 66 Prozent der im Ruhestand befindlichen Anleger, sie hätten mehr gespart. Davon denken 22 Prozent, sie hätten wesentlich mehr zurücklegen sollen. Dieser Trend ist in allen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, weit verbreitet, ganz besonders in Asien.

Anleger sparen weniger als sie wollen

Im Durchschnitt legen Anleger, die den Ruhestand noch vor sich haben, nach Angaben von Schroders 11,4 Prozent ihres Einkommens auf die Seite. In Europa seien es 9,9 Prozent, in Asien 13,0 Prozent und in Nord- und Südamerika 12,5 Prozent.

Allerdings würden Anleger glauben, dass sie durchschnittlich 13,7 Prozent sparen sollten, um im Ruhestand angenehm leben zu können. In Europa liege der Wert bei zwölf Prozent, in Asien bei 15,3 Prozent und in Nord- und Südamerika bei 15 Prozent.

“Es ist allgemein bekannt, dass die Menschen nicht ausreichend fürs Alter vorsorgen. Unsere Umfrage zeigt aber, dass sogar etablierte Anleger nicht genug auf die Seite legen. Zudem gibt es eine klare Botschaft von denjenigen, die bereits im Ruhestand sind: ‘Ich wünschte, ich hätte mehr gespart.'”, sagt Lesley-Ann Morgan, Global Head of Defined Contribution and Retirement bei Schroders.

Deutsche sparen weniger

Deutsche Anleger, die sich noch nicht im Ruhestand befinden, würden durchschnittlich sogar nur 10,5 Prozent ihres Einkommens sparen und damit unterhalb des weltweiten Durchschnitts liegen.

Um später auskömmlich leben zu können, glauben deutsche Investoren, zwölf Prozent zur Seite legen zu sollen. Gleichzeitig rechnen jedoch 71 Prozent damit, dass ihre Ruhestandsbezüge dennoch für ein angenehmes Leben im Alter ausreichen werden.

Von denjenigen deutschen Anlegern, die sich bereits im Ruhestand befinden, geben 80 Prozent an, dass ihre Bezüge für einen angemessenen Lebensstandard ausreichen. Mit 43 Prozent wünschen sich weniger als die Hälfte dieser Befragten, sie hätten zuvor mehr angespart, darunter seien lediglich zehn Prozent, die sich wünschen, sie hätten wesentlich mehr zurückgelegt.

Quelle: Schroders 2017

“Die Deutschen setzen noch immer stark auf die staatliche Altersvorsorge, obwohl die Finanzierungsprobleme in diesem Bereich hinlänglich bekannt sind. Hinzu kommt: Für unsere Studie wurden nur Anleger befragt, also Personen, die sich mit Finanzthemen überdurchschnittlich oft auseinandersetzen. Dies lässt darauf schließen, dass die benannten Schwierigkeiten bezogen auf die Gesamtbevölkerung noch deutlich stärker ausgeprägt sein dürften”, sagt Achim Küssner, Geschäftsführer bei Schroder Investment Management.

Seite zwei: Vertrauen in den Staat + Was machen Millennials anders? [1]Um mehr Kapital im Alter zur Verfügung zu haben, können Anleger ihre Sparquote erhöhen, oder ihren Ruhestand verkürzen, indem sie länger arbeiten. Anleger wollen laut Schroders mit durchschnittlich 60,2 Jahren in den Ruhestand gehen, erwarten aber, dass dies erst mit 63 realistisch ist. In Deutschland würden diese Angaben mit 61,3 Jahren und 64,8 Jahren auffällig abweichen.

Die wichtigsten Einnahmequellen im Alter seien für Anleger Ersparnisse sowie Geldanlagen (20 Prozent), staatlichen Renten sowie Pensionen (19 Prozent), die betriebliche Altersvorsorge (18 Prozent) und die private Altersvorsorge mit zwölf Prozent.

Deutsche setzen stark auf den Staat

Die deutschen Anleger würden bei der Finanzierung des Ruhestands dagegen nach wie vor mit 34 Prozent stark auf staatliche Pensionen und Renten setzen. Dahinter folgen Ersparnisse und Geldanlagen mit 17 Prozent und die betriebliche Altersversorgung mit 13 Prozent.

Im Vergleich zu älteren Anlegern, die noch nicht im Ruhestand sind, sparen Millennials (18 bis 35-jährige) einen geringeren Prozentsatz (11,2 Prozent gegenüber 11,6 Prozent) ihres Einkommens für den Ruhestand.

Millennials hoffen auf andere Einnahmequellen im Alter

Sie glauben, dass sie für ein angenehmes Leben im Alter durchschnittlich 13,2 Prozent sparen sollten – etwas weniger als ältere, noch nicht im Ruhestand befindliche Anleger, die von 14,1 Prozent ausgehen. Millennials verlassen sich zudem auf andere Einnahmequellen als ältere Generationen.

Quelle: Schroders 2017; eigene Darstellung

“Das wirkungsvollste Instrument, das Sparern zur Verfügung steht, ist Zeit. Wenn man in jungen Jahren anfängt zu sparen, hat dies immense Auswirkungen darauf, wie groß die Ruhestandsbezüge später sein werden. Zudem wirkt der Zinseszinseffekt bei einer Spardauer von 30 oder 40 Jahren Wunder”, sagt Morgan. (kl)

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