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Verwaltetes Vermögen: Plus 70 Prozent bis 2025

Der Umfang der weltweit verwalteten Vermögen wird in den nächsten Jahren signifikant steigen. Betreuen professionelle Geldverwalter zurzeit 84,9 Billionen Dollar, könnten es bis 2025 mehr als 145 Billionen Dollar sein, prognostiziert ein neuer Report der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Verwaltetes Vermögen weltweit soll enorm wachsen.

“Dabei sehen wir zwei entscheidende Treiber”, sagt Markus Hammer, Leiter Asset & Wealth Management bei PwC Deutschland. “Erstens steigt aufgrund des demografischen Wandels die Bedeutung der privaten Altersvorsorge [1]. Und zweitens nimmt der private Wohlstand weiter zu – speziell in aufstrebenden Ländern Asiens.”

In Europa flacht die Wachstumskurve nach 2020 deutlich ab

Tatsächlich zeigt die PwC-Studie, dass ein großer Teil der Zuwächse in Zukunft nicht aus Europa oder Nordamerika kommt. In Asien managen Vermögensverwalter zurzeit 12,1 Billionen Dollar – bis 2025 werden es dem Basisszenario zufolge 29,6 Billionen Dollar sein, eine Zunahme um das Zweieinhalbfache. In Europa hingegen wird das prozentuale Wachstum nach 2020 allmählich abflachen.

Während PwC für die kommenden vier Jahre noch ein durchschnittliches jährliches Plus von knapp achteinhalb Prozent prognostiziert, dürften es danach nur noch rund dreieinhalb Prozent sein. Trotzdem steht auch in Europa unterm Strich ein markanter Zuwachs von 21,9 Billionen Dollar auf 35,7 Billionen Dollar. Der mit Abstand größte Markt für das Asset & Wealth Management bleibt unterdessen Nordamerika. Hier rechnet PwC bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts mit einer Steigerung von 46,9 auf 71,2 Billionen Dollar.

„Das Bedürfnis nach professioneller Verwaltung nimmt zu“

Die zunehmende Bedeutung des asiatischen Markts spiegelt sich auch im wachsenden Einfluss sogenannter Sovereign Wealth Funds – also von Fonds, die ausschließlich staatliches Vermögen anlegen und die unter anderem in China, Hongkong und Singapur anzutreffen sind. Das Vermögen dieser Fonds wird laut PwC-Studie bis 2025 um durchschnittlich 7,0 Prozent jährlich wachsen und damit stärker als jedes andere Segment.

“Dabei gilt es zu beachten, dass nicht jedes Vermögen [2] auch tatsächlich von Banken, Versicherern, Fondsgesellschaften oder anderen Finanzdienstleistern gemanagt wird”, sagt PwC-Experte Hammer. Genau genommen lag der Anteil der “Assets under Management” am gesamten globalen Vermögen noch 2004 bei gerade einmal 30,9 Prozent. Seitdem steigt diese Quote allerdings sukzessive an. Momentan sind es 39,6 Prozent, bis 2025 werden es laut PwC-Prognose schon 42,1 Prozent sein “Die Vermögensverwalter profitieren also nicht nur vom allgemein steigenden Wohlstand, sondern auch davon, dass das Bedürfnis, dieses Vermögen professionell betreuen zu lassen, tendenziell zunimmt”, erläutert Hammer.

Seite zwei: Wie sich Vermögensverwalter von der Masse abheben können [3]

Trotzdem stehe die Branche, anders, als man angesichts des starken Wachstums intuitiv meinen könnte, vor extrem herausfordernden Jahren, sagt der PwC-Experte: “Die Digitalisierung führt momentan zu einer tiefgreifenden Transformation des Assets & Wealth Managements. Das sich zeigt sich beispielsweise an Trends wie der automatisierten Vermögensverwaltung – also das, was im Retailgeschäft gern als Robo Advice [4] bezeichnet wird. Unterm Strich führen diese Entwicklungen zu einem massiven Rückgang der Margen. Und dadurch wiederum wird das Wachstum bei den Volumina zumindest ein Stück weit konterkariert.”

Für die Vermögensverwalter komme es darum stärker denn je darauf an, sich von der breiten Masse abzuheben. Eine Möglichkeit hierzu ist die stärkere Fokussierung auf alternative Assetklassen wie Immobilien, Infrastruktur, Hedge-Fonds oder Private Equity. Dieses Segment dürfte laut PwC-Prognose bis 2025 von derzeit 10,1 auf dann 21,1 Billionen Dollar wachsen – ein Plus von 109 Prozent. (fm)

Foto: Shutterstock