23. Oktober 2017, 08:50
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Wie Automatisierung die Zukunft verändert

Angesichts der voranschreitenden Digitalisierung, des robusten Wirtschaftswachstums und des niedrigen Zinsniveaus wird sich die aktuelle Geschwindigkeit der Einführung neuer Roboter vorerst fortsetzen. Zweifelsohne geht mit der zunehmenden Automation ein Wandel des Arbeitsmarkts einher: Eher einfache, monotone und den Körper strapazierende Handtätigkeiten werden dem technischen Fortschritt weichen.

Beziehung zwischen Mensch und Roboter neu definiert

Im Gegenzug wird das Beziehungsgeflecht zwischen dem Mitarbeiter und dem unterstützenden Roboter neu definiert. Mit seiner unerreichbar präzisen und schnellen Arbeitsweise kommt dem Roboter künftig eine unterstützende Rolle zu. Der Mensch übernimmt in der Arbeitsbeziehung hingegen die steuernde und überwachende Rolle: Er kann mit seinem Urteilsvermögen komplexe und kritische Situation einordnen und bei Bedarf umlenken. Dass der Trend in Summe Jobs gefährden wird, ist eher unwahrscheinlich – im Gegenteil: Moderne Unternehmen brauchen für die Interaktion von Mensch und Maschine mehr kreative, flexible und technikaffine Mitarbeiter denn je.

Vielfacher Nutzen für Investoren

Investoren können sich die zunehmende Automatisierung auf vielschichtige Weise zu Nutze machen. Zu den vorrangigen Profiteuren zählen die Hersteller von Robotern selbst, die zu einem Großteil in Asien ansässig sind. Allein die japanischen Hersteller wie etwa Fanuc oder Yaskawa haben im vergangenen Jahr mit 152.600 Einheiten über die Hälfte des weltweiten Lieferumfangs gefertigt.

Auch Softwarehersteller gehören zu den Nutznießern. Vor allem dem Cloud-Geschäft dürfte eine immer größere Bedeutung zukommen. In den digitalen Fabriken der Zukunft ermöglichen Cloud-Netzwerke miteinander vernetzten Robotern die Ausführung gleicher Aktivitäten. Auf diesem Weg können technische Parameter wie Ausführungsgeschwindigkeit oder Krafteinsatz synchronisiert und optimiert werden. Auf Unternehmensseite dürften auch die Käufer moderner Fertigungsanlagen profitieren: Solche Konzerne, die ihre Wertschöpfungsketten optimieren und digitalisieren, werden sich ihre Wettbewerbsposition sichern und Marktanteile gewinnen können.

Autor Marc Hellingrath ist Leiter Globale Aktien bei Union Investment.

Foto: Union Investment

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1 Kommentar

  1. So wenig wie Menschen immer den Untergang der Zivilisation an die Wand malen, weil Roboter mehr und mehr Aufgaben übernehmen, so wenig mag ich Beiträge, die in das andere Extrem umschlagen und die Dinge rosiger sehen als sie sind.

    Denn damit das gilt

    “dass die Automation standardisierter Geschäftsprozesse ein keineswegs neues Phänomen ist.”

    braucht es erst einmal standardisierte Geschäftsprozesse.

    Das klingt banaler als es ist, vor allem bei einem familiengeführten KMU, wo sich alle möglichen Gemengelagen mischen und die Standardisierung meist daran scheitert, dass der Inhaber die Schwiegermutter in der Verwaltung nicht zurechtweisen möchte.

    Aber auch ohne das ist es verdammt schwer Strukturen zur Standardisierung zu schaffen (auf denen aufbauend die Automatisierung/Transformierung erfolgen kann), da immer gegen vorhandene Strukturen angekämpft werden muss. Da ist schon die Einführung eines ERPs oft eine langfristige Aufgabe, ganz zu schweigen von mehr.

    Kurz: (echte) Standards sind in der Realität der meisten KMUs nicht vorhanden.

    Und dann ist da natürlich noch die Frage der Investition: Zwar sehen in Umfragen KMUs & Co. immer den Bedarf zur Investition, aber dies umzusetzen haben dann deutlich weniger Unternehmen auf der Tagesordnung – meist hört es dann auch mit der Internetseite (!?) auf. Wirklich realisiert werden echte Projekte zur digitalen Transformation nur von einer verbleibenden handvoll Firmen.

    Kommentar von Tim — 23. Oktober 2017 @ 13:49

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