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Anleihen: Treibt die EZB die Renditen?

Die EZB normalisiert ihre Geldpolitik. In welchem Tempo sie dabei vorgeht, ist noch offen. Wie wirkt sich das auf die Renditen von Staatsanleihen aus? Und werden auch Unternehmensanleihen auf auslaufende Staatsanleihekäufen und künftig steigende Zinsen reagieren?

Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Ende 2019 könnte die Notenbank den Leitzins wieder anheben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) normalisiert die Geldpolitik, das führt dazu, dass die Renditen von Staatsanleihen leicht steigen. “Allerdings wurden Staatsanleihen in den vergangenen vier Jahren unter dem Strich aus Anlegerportfolios verkauft. Eine Umkehr dieses Trends könnte das Ausmaß des Renditeanstiegs dämpfen”, sagen die Anleihen-Portfoliomanager Adrian Hilton und Ryan Staszewski von Columbia Threadneedle.

Spät steigende Zinsen

Im Bereich der Unternehmensanleihen sei nicht zu erwarten, dass die Renditen durch eine straffere Geldpolitik steigen. “Wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen auf dieses Segment verhalten ausfallen werden. Denn dass das Unternehmensanleihen-Kaufprogramm [1] der EZB ausläuft, ist dem Markt gegenüber gut kommuniziert worden“, schreiben Staszewski und Hilton.

Die Portfoliomanager gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen [2] erst gegen Ende 2019 erhöht. Zudem würden Erlöse aus auslaufenden Anleihen im Portfolio der Notenbank noch einige Zeit lang vollständig wieder angelegt werden. “Das stellt sicher, dass das Niveau der geldpolitischen Versorgung hoch bleibt”, so Staszewski und Hilton.

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