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Auf den Technologieindex zu setzen reicht nicht

Wer in Technologie investieren will, sollte nicht auf den Index setzen. Dabei sei die Gefahr zu groß, die Gewinner zu verpassen. Dieser Meinung ist Mark Hawtin von Gam Investments. Worauf Anleger stattdessen achten sollten und warum mehr Datenschutz-Regulierung Unternehmen wie Facebook hilft:

Das Smartphone ist für viele ein nicht mehr wegzudenkender Begleiter im Alltag und damit zum Symbol für die Digitalisierung geworden.

Will man die Gewinner von morgen identifizieren, reiche es nicht mehr aus, sich auf klassische Technologieindizes [1] zu beschränken – so sei beispielsweise Amazon, einer der größten Gewinner im Technologiesektor, als Einzelhandelsunternehmen klassifiziert.

Mark Hawtin, Investment Director bei Gam Investments, lässt sich bei der Identifikation der Themen und Gewinner nicht von der vorherrschenden Definition des Sektors leiten. Im Technologiesektor gebe es wichtige disruptive [2] Themen, die bedeutender würden. “Um vielversprechende Unternehmen zu finden, gilt es vor allem, die disruptiven Trends im Auge zu behalten – sowohl aus Unternehmens- als auch aus Konsumentensicht”, so Hawtin.

Netzwerkeffekt

Beispiele dafür seien der Trend weg von der lokalen Speicherung digitaler Daten hin zu Cloud-Lösungen oder Möglichkeiten digitaler Werbung gegenüber herkömmlicher TV- oder Printwerbung. Habe man einen Trend aufgespürt, komme es darauf an, jene Unternehmen zu finden, die davon am meisten profitieren könnten.

“Herausragende Innovationen und Produkte bestimmen zwar den Erfolg eines Unternehmens mit, allerdings ist der Netzwerkeffekt nicht außer Acht zu lassen: Diejenigen, die am meisten vom Netzwerkeffekt profitieren, streichen den Löwenanteil des Gewinns ein, wenn nicht sogar alles”, sagt Hawtin.

“Der Gewinn aus dem Mobile Advertising fließt fast zu 100 Prozent an Facebook. Hier bestimmt der Netzwerkeffekt nicht nur den Gewinner. Er kann auch die Wachstumsposition eines Unternehmens nachhaltig besiegeln.”

Auch die Vernetzung werde künftig den technologischen Wandel vorantreiben. “Jeder kann sich als Nutzer oder Anbieter von Dienstleistungen über digitale Plattformen vernetzen. Dadurch entstehen völlig neue Ökosysteme wie Uber, Airbnb, Alibaba oder Facebook”, sagt Hawtin. So verändere sich auch das Konsumverhalten: Musik hören mit Spotify, Filme sehen mit Netflix oder Daten speichern mit Dropbox gehörten längst zum Alltag.

Big Data und Regulierung

Aktuell sieht Hatwin Chancen bei Speicherlösungen. Der Bedarf an Massenspeichern nehme jährlich um 35 Prozent zu. “Die Speicheranforderungen durch Big Data, künstliche Intelligenz und Netzwerke steigen.”

Einige der größten Disruptoren seien Akteure im Bereich Big Data oder Unternehmen, die neue Möglichkeiten finden, ihren Nutzern Dienstleistungen zu bieten und gleichzeitig auf deren sensible Daten zuzugreifen. Datenskandale, wie etwa der um Facebook und Cambridge Analytica würden sich allerdings nur bedingt in den Zahlen dieser Technologieunternehmen widerspiegeln, glaubt Hawtin – auch wenn die Regulierung [3] strenger werde.

“Fakt ist, dass Werbeagenturen auf kein vergleichbares Unternehmen zurückgreifen können und die Nutzer unter den sozialen Netzwerken ebenfalls nur wenig Alternativen haben. Wenn überhaupt, so werden strengere Kontrollen und Auflagen den Wettbewerbsvorteil der großen Akteure, die sich zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen leisten können, ausweiten”, so Hawtin.

Foto: Shutterstock