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Lieber Schnaps als Bier

Am Wochenende hieß es zum 185. Mal “O’zapft is!”. Auf den Wiesn ist die Maß dieses Jahr dreimal so teuer wie 1991. Ist der restliche Markt für Bier und Spirituosen ebenfalls so lukrativ? Gastbeitrag von Paul Flood, Newton

Paul Flood: “Hochpreisige Craft-Biere, Biersorten mit weniger oder ohne Alkohol sowie aromatisierte Malzgetränke werden immer beliebter – nicht nur in der westlichen Welt, sondern auch in den Schwellenländern.”

Der weltweite Biermarkt ist stark konzentriert: Die fünf führenden Brauereien stellen 50 Prozent des weltweiten Volumens her und erzielen 65 Prozent der Gewinne. In den westlichen Nationen haben demographische und strukturelle Änderungen in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Bierkonsum stagniert.

Wo der Markt wächst

Nicht nur sinkt der Anteil jüngerer Verbraucher insgesamt, sondern sie trinken auch weniger Alkohol als die Generation ihrer Eltern oder Großeltern.

Doch es gibt auch Wachstumsfelder: Hochpreisige Craft-Biere, Biersorten mit weniger oder ohne Alkohol sowie aromatisierte Malzgetränke werden immer beliebter – nicht nur in der westlichen Welt, sondern auch in den Schwellenländern.

Gestiegene Bewertung

Die Bewertung dieses Sektors ist gestiegen, obwohl das Volumen stabil geblieben ist. Und sobald sich die Wirtschaft der Schwellenländer [1]wieder erholt, dürfte der dort noch vergleichsweise niedrige Pro-Kopf-Verbrauch von Bier deutlich ansteigen und die Wachstumsaussichten der Branche beflügeln.

Seite zwei: Was für Spiritousen-Investments spricht [2]

Als Investmentmöglichkeit bevorzugen wir dennoch Spirituosen. Im Gegensatz zu Bier ist der Spirituosenmarkt trotz einer deutlichen Konsolidierung in den letzten Jahrzehnten immer noch relativ fragmentiert.

Spiritousenmarkt ist attraktiver

Spirituosen bieten ein höheres Umsatzwachstum bei besserer Qualität, und der Absatz wächst sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern. Hinzu kommt, dass die Preisstaffelung von Spirituosen viel ausgeprägter ist.

In einigen afrikanischen Märkten kostet die gleiche Menge eines lokalen Schnapses ein Drittel eines Bieres. Ein seltener Remy Martin Louis XIII Jeroboam mit drei Litern kann dagegen bis zu 100.000 US-Dollar erzielen.

Wachstum in Schwellenländern

Vor dem Hintergrund des geringen Pro-Kopf-Verbrauchs internationaler Spirituosenmarken in Schwellenländern erwarten wir, dass die Wachstumschancen – sowohl auf den Konsum als auch auf die Bewertung der Industrie bezogen – entsprechend groß sind. Diageo beispielsweise, der weltweit führende Spirituosenhersteller, ist durch seine globale Präsenz und die Preisgestaltung seines breiten Produktangebots sehr gut positioniert.

Paul Flood ist Portfoliomanager des BNY Mellon Global Multi-Asset Income Fund bei Newton

Foto: BNY Mellon