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Jens Ehrhardt über Fed-Politik: “Das wäre Mord”

Der Verlauf der Börsenkurse in 2019 liegt vor allem in der Hand der Federal Reserve unter Jerome Powell. Davon überzeugt ist Dr. Jens Ehrhardt, Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital AG. Gestern lud der Vermögensverwalter zu seinem Jahresausblick nach Frankfurt.

Die Vorstände der DJE Kapital AG, Dr. Jan Ehrhardt (links) und Dr. Jens Ehrhardt.

Gestern begrüßte die DJE Kapital AG Journalisten zum Jahresausblick in der Niederlassung des Vermögensverwalters in Frankfurt. Nach der Vorstellung von DJE durch Karl-Heinrich Mengel, Leiter der Niederlassung Frankfurt, sprach Thorsten Schrieber, Mitglied des Vorstands, über die geschäftliche Entwicklung in 2018 und die Pläne für 2019.

Anschließend sprach der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Jan Ehrhardt über den Investmentprozess, die digitale Vermögensverwaltung Solidvest und die von ihm verwalteten Fonds Zins & Dividende sowie Dividende & Substanz. Zentraler Bestandteil aller Prozesse seien Indikatoren und Unternehmensbesuche.

Ausblick mit vielen Unbekannten

Florian Bohnet sprach über den Plan der DJE für 2019, die ESG-Integration transparenter zu machen. Diese Entscheidung komme nicht nur vom Druck der Märkte, sondern das Unternehmen sei überzeugt, dass dieser Schritt wichtig ist. Der Ansatz, den DJE gewählt hat, ist Engagement. Auch hier seien die vielen Gespräche mit Unternehmen zentral.

Abschließend gab Dr. Jens Ehrhardt, Vorstandsvorsitzender der DJE, einen Ausblick auf 2019, allerdings mit vielen Unbekannten. Bestimmend für den Verlauf des nächsten Jahres sei die Politik der amerikanischen Notenbank [1]. “Entzieht Jerome Powell weiter Liquidität, dann sieht es schlecht aus”, so Ehrhard. “Ich bin schon lange der Meinung, dass das Mord für die Börse und die US-Konjunktur wäre.”

Seite zwei: Blick nach Europa [2]

Bremse die Federal Reserve weiter, würde sich die Konjunktur abschwächen und das Problem der hohen Verschuldung, auch der Unternehmen, würde offensichtlich. Erhöhe sie die Zinsen nicht, werde die Konjunktur weiter laufen.

Probleme in China und Europa

Ein zweites Problem sei der Handelskrieg, insbesondere mit China. Auch dort sei die Verschuldung bereits sehr hoch und der Immobiliensektor schon seit mehreren Jahren labil. China habe also ein Interesse daran, den Konflikt zu deeskalieren. Genauso wie Trump, der sich nur als “Dealmaker” präsentieren könne, wenn er auch einen besseren Deal vorweisen kann.

Ehrhardt blickte ebenso nach Europa. “Europa braucht einen fiskalpolitischen Stimulus, auch um den politischen Extremismus wie in Italien [3] und Frankreich einzudämmen.” Nur so ließe sich die Konjunktur in Europa stützen. Über den Brexit [4] sprach Ehrhardt nur auf Nachfrage. Die Situation sei so unsicher, dass es schwierig sei, eine Prognose zu machen. (kl)

Foto: Gerhard Blank