- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Wird 2019 wieder ein gutes Jahr für europäische Aktien?

2018 war kein positives Jahr für die europäischen Aktienmärkte. Wird sich der Abschwung 2019 fortsetzen oder können Anleger auf steigende Kurse hoffen? Welche Faktoren für und gegen einen Einstieg in europäische Aktien sprechen. Gastbeitrag von Ken Hsia, Investec

Ken Hsia: “Europäische Aktien bleiben attraktiv. Die Weltwirtschaft wird voraussichtlich langsam, aber doch wachsen, sodass einige zyklische Sektoren nach dem wahllosen Ausverkauf attraktiv sind.”

Der Jahreswechsel ist nicht unbelastet. Die Unternehmen entwickelten sich 2018 meist wie erwartet: Die Gewinne stiegen, die Bilanzen stabilisierten sich und es gab Hinweise auf mehr Fusionen und Übernahmen. Und doch gaben die Märkte in Europa nach. Signalisieren die Kurse drohende Gefahren oder können Investoren jetzt zu günstigeren Kursen einsteigen?

Das Weltwirtschaftswachstum bestimmt die Aktienmärkte maßgeblich. 2018 war für die Weltkonjunktur herausfordernd, durch Maßnahmen, um das Handelsdefizit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, den USA und China zu verringern oder die Unsicherheit durch den Brexit und die scheinbar chaotischen Verhandlungen.

Gestiegene Konjunkturrisiken

Das europäische [1] Anlageuniversum entwickelt sich weiter – durch Wettbewerb, Regulierung und Investoren, die ihre Eigentümerverantwortung stärker wahrnehmen. Für langfristige Investoren dürfte dies gut sein.

Doch die Konjunkturrisiken [2] sind gestiegen, und es bleiben Fragen: Wann werden die USA und China ihre Handelskonflikte beilegen? Wird Großbritannien die EU mit oder ohne Freihandelsabkommen verlassen? Wie wird Italiens neue Regierung mit der Opposition gegen ihre Ausgabenpläne umgehen?

Seite zwei: Ungeordneter Brexit [3]

Konjunktursensitive Aktien haben 2018 durchweg verloren, trotz struktureller Wachstumsfaktoren oder Änderungen der Geschäftsmodelle, die die Konjunktursensitivität bisweilen dämpfen. Das eröffnet neue Chancen.

Weiterhin gilt, dass Anleger Titel meiden sollten, bei denen den Risiken keine ausreichenden Chancen gegenüberstehen. Dies gilt insbesondere für Zykliker, deren Gewinnmargen den Höhepunkt überschritten haben.

Ungeordneter Brexit

Da ein ungeordneter Brexit [4] möglich ist, meidet Investec AM Industriewerte, die von ungestörten Lieferketten abhängig sind. Bei Landwirtschafts- und Lebensmittelwerten sind die Lieferwege ebenfalls ein Risiko. Ein Gütertransfer erfordert Zollvereinbarungen, ähnlich wie schon heute mit der Schweiz. Die Volatilität wird während der Verhandlungen anhalten.

Europäische Aktien bleiben attraktiv. Die Weltwirtschaft wird voraussichtlich langsam, aber doch wachsen, sodass einige zyklische Sektoren nach dem wahllosen Ausverkauf attraktiv sind. Chancen gibt es auch bei multinationalen europäischen Unternehmen mit strukturellem Wachstum und diversifizierten Geschäftsmodellen.

Ken Hsia, Portfolio Manager des Investec European Equity Fonds

Foto: Investec