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Flash-Crash eventuell durch Manipulationen ausgelöst

US-Anwalt Jason Zuckerman behauptet, dass der Kursrutsch letzte Woche die Folge von Marktmanipulationen ist. Das geht aus einem Schreiben des Anwalts an die Finanzregulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC)  hervor. Zuckerman vertritt nach eigenen Angaben einen Whistleblower, der Insiderinformationen habe.

Logo der US-Finanzregulierung Commodity Futures Trading Commission (CFTC) am Eingang ihres Sitzes in Washington D.C.

Ein Insider aus der Finanzbranche führt den Börsen-Crash [1]der vergangenen Woche auf zweifelhafte Machenschaften zurück. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten seien auf Manipulationen des Volatilitätsindex (Vix) zurückzuführen, heißt es in einem Schreiben des US-Anwalts Jason Zuckerman an die Finanzregulierungsbehörde CFTC vom Montag.

Der Vix misst einerseits das Ausmaß der Kursschwankungen an den US-Börsen, andererseits orientiert sich der Wert spekulativer Finanzprodukte an diesem Index.

Scheingebote

Zuckerman vertritt mit seinem Vorwurf nach eigenen Angaben einen Whistleblower, der hochrangige Posten in einigen der größten Investmentfirmen der Welt inne gehabt habe. Der Anwalt aus der US-Hauptstadt Washington, D.C., hat sich darauf spezialisiert, Whistleblower zu vertreten.

Aufgrund eines Konstruktionsfehlers sei es Händlern mithilfe ausgefeilter Algorithmen möglich, den Vix-Index auf und ab zu bewegen, ohne tatsächliche Transaktionen abzuschließen, heißt es in dem Brief. Hierfür reichten bloße Scheingebote auf sogenannte Optionsgeschäfte aus, die zu unrealistischen Preisen abgegeben werden, sodass sie keine Interessenten finden.

Systemische Risiken für Finanzmärkte

Durch diese Marktmanipulationen seien Kleinanleger und institutionelle Investoren um Milliardenbeträge geprellt worden, schreibt Zuckerman. Zudem seien sie mit systemischen Risiken für die gesamten Finanzmärkte verbunden. Die Behörden müssten Konsequenzen ziehen, bevor die Manipulationen neben der Finanzstabilität auch die Wirtschaft gefährden. Der Anwalt hatte die Behörden bereits in der Vergangenheit auf die möglichen Manipulationen hingewiesen.

Die Chicagoer Börse CBOE, die den Vix-Index berechnet, wies die Vorwürfe zurück. Zuckermans Brief sei voller ungenauer Aussagen, Missverständnisse sowie sachlicher Fehler und somit unglaubhaft, hieß es in einer Stellungnahme.

Dennoch wird die Angelegenheit nun einem Pressebericht zufolge von US-Behörden untersucht. Die Financial Industry Regulatory Authority prüfe, ob Händler bei ihren Geschäften mit entsprechender Manipulationsabsicht vorgegangen seien, berichtete das “Wall Street Journal” am Dienstag.

Spekulation und Manipulation

Vergangene Woche waren die Kurse am US-Aktienmarkt rasant in die Tiefe gerauscht und hatten auch andere Börsen – etwa in Frankfurt – ins Taumeln gebracht. Häufig genannte Gründe für den Crash sind vorherige Übertreibungen im Zuge einer monatelangen Rekordjagd sowie die Erwartung steigender Zinsen.

Viele Experten verweisen aber auch darauf, dass Spekulanten mithilfe Exchange Traded Products (ETPs) auf die Entwicklung des Vix-Indizes gewettet und dadurch den starken Kursrutsch verursacht hätten – ein Vorwurf, der neue Schärfe bekäme, sollte der Vix-Index obendrein manipuliert worden sein. (dpa-AFX)

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