25. Oktober 2018, 07:15
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Italien-Krise: Droht Endzeitstimmung in EU und Eurozone?

Ohnehin weiß Rom, dass Brüssel schon in der Vergangenheit bei Defizitsündern die Augen zugedrückt hat. So hat Frankreich seit Euro-Einführung zehnmal das Defizitkriterium von drei Prozent zur Wirtschaftsleistung gerissen und keinen Cent Strafe zahlen müssen. Einem nackten Italiener kann man sowieso nicht in die Tasche greifen. Und glaubt irgendjemand, dass Länder wie Spanien, Belgien, Portugal, Zypern oder Griechenland in den Stabilitäts-Himmel kommen?

Brüssel darf kein Öl ins Euro-kritische Feuer gießen

Insgesamt hat Brüssel gegenüber Rom schlechte Karten. Eine italienische Schuldenkrise würde über Ansteckungseffekte schließlich zur Endzeitstimmung in der gesamten EU und Eurozone führen. Dieses Erpressungspotenzial genießt die römische Regierung wie einen guten Barolo. Leider hat sie auch die Bevölkerung auf ihrer Seite. Brüssel darf kein Öl ins Euro-kritische Feuer gießen, das nicht nur in Italien lodert. Dies gilt auch in Hinblick auf die im Mai 2019 stattfindende Europawahl. Schon aktuell sitzen absurderweise viele EU-Skeptiker im Europäischen Parlament.

Nicht zuletzt könnte Italien Flüchtlinge als Druckmittel nutzen. Wäre Rom finanziell nicht mehr in der Lage, Migranten ordentlich zu versorgen, könnte man sie mit Reisetickets für Züge Richtung Norden ausstatten. Auch das ist Realpolitik.

Seite drei: In der italienischen Instabilitäts-Hölle brennt noch Licht

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