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Die fünf reichsten Krypto-Milliardäre

Währungsspekulanten, wie 1992 George Soros, setzen meistens auf die Abwertung einer Währung. Eine andere Strategie haben die erfolgreichsten Krypto-Investoren verfolgt, die innerhalb von wenigen Jahren, teilweise nur Monaten, Milliarden verdient haben. Das US-Magazin “Forbes” hat eine Liste der Hauptprofiteure des Krypto-Booms erstellt.

Cameron und Tyler Winklevoss (von links nach rechts) sind zunächst als Kläger gegen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bekannt geworden.

Wer Mitte Dezember [1] erst in den Markt der Kryptowährungen eingestiegen ist, wird Warren Buffett [2], Nouriel Roubini, James Dimon [3] und co. Recht geben, die vor Kryptowährungen warnen. Wer allerdings schon länger dabei ist und nicht nur in Kryptowährungen sondern auch -Unternehmen investiert hat, konnte innerhalb kurzer Zeit zum Milliardär werden.

“Forbes” Suche nach den Krypto-Milliardären

“Forbes” hat eine Liste der 20 reichsten Krypto-Milliardäre und -Millionäre erstellt. Cash. stellt die mutmaßlichen fünf Milliardäre dieser Aufzählung vor. Obwohl das US-Magazin “Forbes” angibt, mit fast allen Personen, die genannt werden, gesprochen zu haben, ist das jeweilige Vermögen nur geschätzt.

Die Angaben basieren auf Daten vom 19. Januar 2018. Der vollständige Artikel, die Top-20-Liste der vermögendsten Krypto-Investoren und ihre Biografien werden in der Printausgabe des US-Magazins am 28. Februar erscheinen.

Bitcoin blieb jahrelang unbekannt

Noch vor wenigen Jahren waren Kryptowährungen einem großen Teil der Bevölkerung unbekannt. Wirtschaftsmagazine berichteten nur vereinzelt über Kryptowährungen und die Blockchain. Beliebter war das Thema in Technik- und Computermagazinen.

Bekannter wurde Bitcoin, als sein Kurs Ende 2013 die 1.000-US-Dollar-Marke übertraf. Doch mit dem sinkenden Preis wurde es in den folgenden Monaten wieder ruhiger um die Währung. Die wenigen Berichte waren meist negativ, oft ging es darum, dass mit Bitcoin im Darknet Waffen und Drogen gekauft werden können.

Seite zwei: Wie die Winklevoss-Zwillinge reich wurden [4]

Erst 2016 führten der erneute Anstieg des Bitcoin-Preises und der DAO-Kollaps wieder zu mehr Aufmerksamkeit. Die DAO (Decentralized Autonomous Organization), war eine Art Venture-Capital-Fonds, der auf der Ethereum-Blockchain basierte und gleichzeitig das bis dahin größte Crowdfunding-Projekt der Geschichte war. Die Anteilsinhaber konnten darüber abstimmen, welche Projekte durch die DAO finanziert werden sollten.

Ethereum und Bitcoin

Eine Sicherheitslücke im Opensource-Code führte dazu, dass Hacker Millionen aus dem Projekt abziehen konnten. Die Anleger haben ihre Einlagen nicht verloren, diese konnten eingefroren werden.

Dennoch hat das Image von Kryptowährungen gelitten und Ethereum spaltete sich in der Folge in Ethereum classic und Ethereum. Auf der anderen Seite wurde deutlich, welches Potenzial die Blockchain-Technologie hat, insbesondere in Verbindung mit dem Internet of Things.

2017 verzwanzigfachte sich der Wert der größten Kryptowährung Bitcoin. Kleinere Währungen wuchsen, relativ betrachtet, mitunter noch schneller. In diesem Jahr dürfte auch das Vermögen der heutigen Krypto-Milliardäre einen kurzfristigen Höhepunkt erreicht haben.

Platz fünf

Bankerbe Matthew Mellon investierte zunächst in Bitcoin, verkaufte diese aber Jahre vor dem letzten Aufschwung. Später kaufte er für zwei Millionen US-Dollar Ripple. Inzwischen ist diese Investition 900 Millionen bis eine Milliarde US-Dollar wert schätzt “Forbes”.

Das Ripple Netzwerk  ist mit herkömmlichen Banken kompatibel und unterstützt auch Zahlungen in anderen Krypto- und Fiatwährungen wie Bitcoin, Euro oder US-Dollar. “Krypto ist beängstigend und dunkel. Es ist antiamerikanisch. Ich bin proamerikanisch, für die Wirtschaft und für Banken, deshalb habe ich mich für Ripple entschieden”, sagt Mellon gegenüber “Forbes”.

Platz vier

Die Winklevoss Zwillinge, James und Tyler Winklevoss bezichtigten Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, ihre Idee für das soziale Netzwerk geklaut zu haben. Aus diesem Streit erhielten sie 65 Millionen US-Dollar in Facebook-Aktien und Cash, die sie 2012 in Bitcoin investierten. Den Kursrückgang um 80 Prozent zwischen 2013 und 2015 haben sie ausgesessen und zudem in weitere Kryptowährungen wie Ethereum investiert.

Seite drei: Auf Platz eins ist kein Bitcoin-Investor [5]

2015 eröffneten die Zwilinge die Handelsplattform Gemini, auf der Kryptowährungen und US-Dollar gehandelt werden, im Wert von 300 Millionen US-Dollar täglich. Dafür arbeiteten sie nach Angaben von “Forbes” eng mit den Behörden zusammen. Ihr Vermögen schätzt das Magazin auf 900 Millionen bis 1,1 Milliarden US-Dollar pro Person.

Platz drei

In nur sieben Monaten ist Binance mit 600 Millionen Nutzern laut “Forbes” zum weltweit größten Krypto-Handelsplatz geworden; und zum schnellsten: 1,4 Millionen Transaktionen können pro Sekunde ausgeführt werden. “Keine dezentralisierte Börse kann unser Volumen bewältigen und ist so sicher wie wir”, sagt Binance-Gründer Changpeng Zhao, bekannt als CZ, gegenüber “Forbes”.

Finanziert würde die Plattform über den Verkauf eines Tokens (Einheit einer Kryptowährung), auch bekannt als ICO (Initial Coin Offering). Seit Juli stieg der Wert des BNB von ca. zehn Cents auf 13 US-Dollar im Januar, womit er eine Marktkapitalisierung von 1,3 Milliarden US-Dollar erreichte.

BNB Tokens sind gleichzeitig ein Gutschein für Transaktionen auf Binance, die für BNB-Eigentümer nur die Hälfte kosten. Einen Großteil der Tokens hält CZ selbst. “Forbes” schätzt sein Vermögen auf 1,1 bis zwei Milliarden US-Dollar.

Platz zwei

Joseph Lubin hat die Gründung von Ethereum unterstützt, nach Bitcoin die bekannteste Kryptowährung. Das Netzwerk hatte die erste Blockchain, über die sich nicht nur Transaktionen der eigenen Token (Ether) abbilden ließen, sondern auch Smart Contracts (Verträge). So können über die Blockchain zum Beispiel virtuelle Kätzchen [6] gehandelt werden.

Lubin hat Anfang 2015 Consensys gegründet, ein Unternehmen mit über 470 Angestellten, das Dienstleistungen und Softwarelösungen anbietet, die auf Ethereum zugeschnitten sind. Spekulationen zufolge hält niemand so viele Ether wie Lubin, der diese aber nach eigenen Angaben in seine Softwarefirma investiert hat. “Forbes” schätzt sein Vermögen auf eine bis fünf Milliarden US-Dollar.

Platz eins

Ripple-Mitgründer Chris Larsen besitzt 5,2 Milliarden XRP (Ripple-Token) und hält 17 Prozent an Ripple. “Forbes” schätzt, dass allein die Token und Unternehmensanteile 7,5 bis acht Milliarden US-Dollar wert sind.

Larsen gründete Ripple 2012 gemeinsam mit Jed McCaleb, um Banken zu ermöglichen, die Blockchain-Technologie für internationale Transaktionen zu nutzen. Ripple hat über 100 Kunden, darunter Mitsubishi Financial, Bank of America und Santander.

“Forbes” weist darauf hin, dass alle Angaben nur auf konservativen Schätzungen basieren, und dass es zudem äußerst wahrscheinlich ist, dass einige Namen auf der Liste fehlen. Zudem schwanken die Vermögen aufgrund der zugrundeliegenden Volatilität der Kryptowährungen stark. Alle Angaben basieren auf den Marktwerten vom 19. Januar 2018. (kl)

Foto: Evan Agostini/Invision/AP

 

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