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Lloyd Fonds beschließt komplette Neuausrichtung

Die Lloyd Fonds AG, einst ein führender Anbieter geschlossener Fonds, hat Großes vor: Sie will sich bis Mitte 2019 vollständig neu aufstellen, offene Publikumsfonds auflegen, sich als Vermögensverwalter positionieren und sich von der Vergangenheit lösen.

Nach der Zielsetzung von Finanzvorstand Klaus M. Pinter “wird Lloyd Fonds zu einem führenden Vermögensverwalter in Deutschland”.

Die neue “Lloyd Fonds Strategie 2019+” soll das Unternehmen in Richtung eines börsennotierten, bankenunabhängigen Vermögensverwalters positionieren, so eine Mitteilung anlässlich der Hauptversammlung.

Damit habe sich die Gesellschaft entschieden, “nicht weiter als Anbieter geschlossener Fonds-Strukturen zu agieren”, sondern sich auf andere Produktgattungen – in erster Linie auf offene Publikumsfonds – zu fokussieren. “Deshalb prüft die Gesellschaft auch Deinvestments im aktuellen Bestandsgeschäft”, so die Mitteilung.

Bis zu 15 verschiedene offene Fonds

Das neue Geschäftsmodell stützt sich demnach auf drei Säulen: Publikumsfonds mit aktivem Asset-Management, eine “durch einen digitalen Portfolio-Algorithmus optimierte” Vermögensverwaltung sowie die individuelle, direkte Vermögensverwaltung für wohlhabende und institutionelle Kunden sowie Family Offices.

In der Publikumsfonds-Linie will Lloyd Fonds bis zu fünfzehn offene Investmentfonds auflegen. Das Portfolio soll aus Aktien-, Renten-, Misch- und offenen Immobilienfonds bestehen. Anlagen in ETFs (Exchange-Traded Funds), also index-orientierte passive Anlageprodukte, soll es hingegen nicht geben.

Zur Unterstützung des Fondsmanagements soll eine eigene „Lloyd Fonds-Digital Asset Plattform 4.0“ aufgebaut werden. „Beim Vertrieb der Fonds werden wir mit Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Maklerpools und Vermögensverwaltern vertrauensvoll kooperieren“, kündigt Vertriebsvorstand Jochen Sturtzkopf an.

Digitales Portfolio-Management

In der zweiten Säule soll ein digitales Portfolio-Management aufgebaut werden, das jeweils individuell für jedes persönliche Risikoprofil “mit Hilfe eines innovativen Algorithmus die optimale Zusammensetzung eines Fondsportfolios vorgeben” werde. Der von Lloyd Fonds entwickelte Algorithmus werde Zugriff auf ein Anlageuniversum von über 2.500 Publikumsfonds haben.

Für die dritte geplante Säule, also die klassische Vermögensverwaltung für vermögende und insitutionelle Kunden, zieht Lloyd Fonds “die Akquisition einer bereits profitablen Vermögensverwaltung in Betracht”.

Seite 2: Eigene KVG und Relaunch der Marke [1]

Im Rahmen der Umsetzung des neuen Geschäftsmodells soll außerdem eine eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) gegründet werden. Der Genehmigungsantrag soll noch in diesem Jahr bei der Finanzaufsicht BaFin eingereicht werden.

Anfang 2019 sei zudem ein Relaunch der Marke Lloyd Fonds geplant. Der operative Testbetrieb und der Marktstart mit allen drei Säulen der Vermögensverwaltung sollen dann im zweiten Quartal 2019 erfolgen.

Ziel: Fünf Milliarden AuM bis 2023

Das Wachstum soll organisch, aber auch anorganisch über Akquisitionen erfolgen. Für die Umsetzung der Neupositionierung werden in 2018 Investitionen und Aufwendungen von rund 2,5 Millionen Euro erwartet.

Im Jahr 2019 erwartet das Management ein Volumen der Assets under Management (AuM) von über einer Milliarde Euro. Bis 2023 soll dieses auf über fünf Milliarden Euro AuM ansteigen. „Wir haben das Ziel klar vor Augen: Die Lloyd Fonds AG verfolgt aktive und nachhaltige Anlagestrategien und wird ein führender Vermögensverwalter in Deutschland“, so Finanzvorstand Klaus M. Pinter. (sl)

Foto: Lloyd Fonds