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Rückenwind für Silber und Gold

Nach einer langen, 18 Monate andauernden Seitwärtsphase bahnt sich beim Silberpreis endlich ein Kursanstieg an. Und auch Gold ist im Aufwärtstrend. Ein Kommentar von Alexander Posthoff, Bantleon

Investitionen in Silber und Gold sind aus charttechnischen Gründen derzeit attraktiv.

Das weiße Edelmetall hatte im April 2011 mit fast 50 US-Dollar sein historisches Allzeithoch erreicht. Danach bewegte sich der Silberpreis [1] kontinuierlich abwärts und erreichte Anfang 2016 ein vorläufiges Tief bei 13,69 US-Dollar je Feinunze.

Interessant ist das Chartbild, das sich seitdem ergeben hat: Hier hat sich ein langgestrecktes Dreieck herausgebildet, nach unten begrenzt bei etwa 15,50 US-Dollar und nach oben durch sinkende Hochpunkte. Somit ergibt sich nach den Preisanstiegen in den vergangenen beiden Wochen ein sehr konstruktives Bild, weil der Silberpreis auf dem Weg ist, den Abwärtstrend nach oben zu durchbrechen. Als nächstes Ziel ergibt sich der Bereich oberhalb von 18 US-Dollar und darüber rücken sogar 21 US-Dollar ins Blickfeld.

Rückschlag zum Aufbau von Positionen nutzen

Zum Ende der vergangenen, sehr freundlichen Handelswoche kam es infolge des Handelsstreits zwischen China und den USA sowie der Auswirkungen auf die Konjunktur zu Gewinnmitnahmen, die den Silberpreis innerhalb weniger Stunden um mehr als vier Prozent auf 16,45 US-Dollar nach unten drückten. Risikofreudige Anleger können den Rückschlag vom vergangenen Freitag zum Aufbau von Positionen nutzen, während vorsichtigere Investoren zunächst den erfolgreichen Ausbruch nach oben aus der Dreiecksformation abwarten.

Der Preis des großen Bruders von Silber, wie Gold [2] auch genannt wird, befindet sich ebenso im Aufwärtstrend. Der Hochpunkt vom Juli 2016 bei 1.375 US-Dollar je Unze bildet die nächste ernsthafte Widerstandslinie. Darüber hätte der Goldpreis zumindest charttechnisch Platz bis etwa 1.435 US-Dollar.

Edelmetalle als wichtiger Baustein in der Portfoliokonstruktion

Von fundamentaler Seite sollten weiterhin niedrige Zinsen in Verbindung mit anziehender Inflation und steigender Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten ebenfalls Rückenwind für das weiße und das gelbe Edelmetall liefern. Weil wir hier optimistisch sind, haben wir in unserem Multi-Asset-Fonds Bantleon Family & Friends den Goldanteil von acht auf zehn Prozent ausgebaut und zusätzlich zwei Prozent des Fondsvermögens in Silber investiert. Für uns bleiben Edelmetalle als Krisenversicherung ein wichtiger Baustein in der Portfoliokonstruktion.

Alexander Posthoff ist Senior Portfolio Manager bei Bantleon.

Foto: Shutterstock