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Sorge um sinkendes globales Wachstum

An den Finanzmärkten überwiegt inzwischen die Skepsis und Sorge. Während sie in Regionen wie China übertrieben ist, wo Abverkäufe Chancen eröffnen, gibt es Regionen wie Europa, in denen sie durchaus berechtigt ist.

Ein harter Brexit wird das Wachstum der europäischen Union und damit der Weltwirtschaft schwächen.

“An den Märkten hat die Sorge [1] um das sinkende globale Wirtschaftswachstum eingesetzt”, stellt Jan van Eck, CEO des Investment-Managers Vaneck fest. Während Anleger und Experten zu Jahresbeginn angesichts des globalen Wachstums noch positiv gestimmt waren, habe im zweiten Quartal vielerorts die Ernüchterung über die wirtschaftliche Entwicklung überwogen.

Übertriebene Sorgen um China

“Viele Akteure am Markt hatten Angst aufgrund des sinkenden globalen Wirtschaftswachstums, insbesondere in China, was tatsächlich einen starken Einfluss auf die Rohstoff- und Schwellenmärkte hatte. Ich denke aber, dass die Sorgen und darauffolgende Abverkäufe bei Lokalwährungsanleihen und chinesischen Aktien insgesamt übertrieben waren.”

Van Eck ergänzt: “Natürlich sind die chinesischen Aktien in ihrer Gesamtheit um etwa 20 Prozent gefallen. Doch das Wachstum im Land der Mitte wird langfristig nicht abstürzen. Die chinesische Regierung wird Maßnahmen treffen, um den Markt wieder anzukurbeln. Ich sehe die Entwicklung nicht als problematisch an.”

Risiken in Europa

Einerseits werde der Vorsprung des US-amerikanischen Wirtschaftswachstums gegenüber anderen Gebieten überbewertet. “Die US-Wirtschaft ist stabil, aber der Rest der Welt boomt nicht gerade. Viele Märkte haben Schwierigkeiten – insbesondere in Südamerika und dem Mittleren Osten”, so van Eck.

Seite zwei: Systemisches Risiko in Europa [2]

Risiken sieht er in erster Linie in Europa. “Der europäische Markt unterliegt einem systemischen Risiko. Sobald die EZB aufhört [3], eine lockere Geldpolitik zu betreiben, stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch zu einem signifikanten Wachstum kommen kann.”

Hinzu komme der Brexit [4]: “Sollte es tatsächlich zu einem harten Brexit kommen – sodass das Vereinigte Königreich durch höhere Zölle vom Wirtschaftsraum der Europäischen Union abgetrennt wird – beeinflusst das definitiv das Wachstum Europas.”

Steigende Zinsen in den USA

In den USA sei die Wirtschaft hingegen trotz der höheren Zinsen [5] gewachsen. “Ich denke, dass die Zehnjahres-Nominalverzinsung für US-Treasuries am Ende des Jahres nah an 3,5 Prozent sein sollte, auch wenn sie derzeit unter drei Prozent festzustecken scheint”, so van Eck.

Das nominale Wachstum sei weiterhin positiv, mit einem BIP-Wachstum (Bruttoinlandsprodukt) von vier Prozent im zweiten Quartal. Hinzu komme das steigende Haushaltsdefizit der USA während sich die Arbeitsmärkte der Vollbeschäftigung nähern – auch dies weist van Eck zufolge auf höhere Zinssätze hin.

Foto: Shutterstock