„China hat keinen Glorienschein“

 

In diese Kerbe der wirtschaftlichen „Verwundbarkeit“ schlägt US-Präsident „Thor“ Trump mit Freude und Schmackes, konkret mit dem Zollhammer. Die US-Importzölle haben Export-China nicht nur direkt, sondern über die handelsseitig eingetrübte Weltwirtschaftsstimmung ebenfalls indirekt zugesetzt. Die Gegenzölle haben zwar auch den Absatz von amerikanischen Smartphones und Autos sowie von Weizen, Mais und Soja aus dem Mittleren Westen geschwächt. Doch im Vergleich hat der Exportweltmeister China gegenüber dem handelsdefizitären Amerika mehr zu verlieren.

Sicherlich ist zu erwarten, dass in den nächsten Wochen ein Handels-Deal zwischen den USA und China zustande kommt. Doch wird China den USA u.a. in puncto Marktöffnung, Beteiligungen an chinesischen Unternehmen und deutlichen Importerleichterungen weit entgegenkommen müssen.

Es gibt nicht automatisch eine eurasische Freundschaft

Auf dem Mist des transatlantischen Handelsstreits erblüht auch nicht automatisch eine eurasische Freundschaft. Zwar leidet Brüssel unter den abgekühlten Handelsbeziehungen zu Amerika. Doch weiß Europa umgekehrt auch, dass China bei der Verteidigung seiner Handelsinteressen nicht immer nur ein freundlicher Pandabär ist.

Insgeheim freut sich Europa über die harte Gangart Trumps gegenüber China. Denn was Amerika über ein Handelsabkommen mit China erreicht, dürfte auch früher oder später zum Standard im Handel zwischen Europa und China werden. Insgesamt steht Europa für ein reines Bratkartoffelverhältnis mit China wohl kaum zur Verfügung.

Erfolg der Seidenstraße ist nicht in Stein gemeißelt

Und ob Chinas Bemühungen zur Errichtung einer neuen Seidenstraße oder zur Rohstoffsicherung nachhaltig zum gewünschten Erfolg führen, ist auch nicht in Stein gemeißelt. In so manchem wenig demokratischen Staat kann die Regierung schneller wechseln als das Wetter. Ob sich dann die neue noch an die Absprachen der alten mit China hält?

Und falls Peking dort zu forsch auftritt, könnte sich das ein oder andere Land hilfesuchend an Washington richten. Im geostrategischen Kampf zwischen Amerika und China um den ersten Platz an der Sonne gilt: Im Krieg sind alle Waffen erlaubt.

Seite drei: Wehe, wenn Chinas Wirtschaftswachstum nachlässt

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