9. September 2019, 10:00
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„Es geht im Wesentlichen um die Transparenz“

Multi-Asset-Fonds sind nach wie vor Bestseller in den Regalen der Investmentgesellschaften. Doch auch für diese Fondskategorie nehmen die Herausforderungen angesichts steigender Volatilitäten an den Kapitalmärkten zu. Cash. sprach mit Carsten Roemheld, Kapitalmarktexperte bei Fidelity International, über die Perspektiven von Multi Asset und die bei Anlegern beliebten Income-Strategien.

Carsten-roemheld in „Es geht im Wesentlichen um die Transparenz“

Carsten Roemheld, Kapitalmarktexperte bei Fidelity International.

Immer wieder war in den letzten Wochen zu hören, dass Multi Asset – nicht zuletzt aufgrund sich verschlechternder Performance und sinkender Absatzzahlen – in der Krise stecke. Inwieweit muss sich das Segment neu erfinden?

Roemheld: Zunächst einmal halte ich diese These für etwas voreilig, da wir es in den Wertpapiermärkten zuletzt allgemein mit sinkenden Absatzzahlen zu tun haben. Der einzig wirklich wachsende Markt war zuletzt nur noch der der ETFs. Wir sind weiterhin überzeugt von einer starken Zukunft von Multi-Asset-Lösungen, aber natürlich müssen die Anbieter hier weiter denken.

Vor allem in dem jetzt zu erwartenden, schwierigeren Marktumfeld müssen sich viele in der Vergangenheit erfolgreiche Produkte erst noch bewähren, da die letzten zehn Jahre für mehr oder weniger alle Assetklassen hervorragend ausfielen. Der richtige Portfoliomix dürfte im Zeitalter von Niedrigzinsen und immer noch gut gelaufenen Aktienmärkten noch relevanter werden.

Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass die Kundenbedürfnisse als zentrales Element bei der Entwicklung neuer Produkte und Lösungen Berücksichtigung finden sollten.

Die Income-Varianten erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, sind aber auch immer wieder Kritik ausgesetzt. Zuletzt ergab eine Analyse von Morningstar, dass Multi-Asset-Fonds immer häufiger Risikopapiere ins Portfolio kaufen, um die Ausschüttungsziele oder überhaupt noch eine ansehnliche Rendite zu erreichen. Beobachten Sie das auch und wie fällt Ihre Replik aus?

Roemheld: Natürlich gibt es in diesem Segment ein breites Spektrum an unterschiedlichen Strategien, auch solche, die höhere Risiken im Kauf nehmen, um in der aktuellen Niedrigzinsphase die ursprünglichen Rendite- oder Ausschüttungsversprechen einzuhalten.

Hier geht es im Wesentlichen um die Transparenz, d.h. eine klare Kommunikation, auf welche Weise im Fonds investiert wird, um deutlich zu machen, welche Risikoparameter im Fonds gelten.

In dieser Hinsicht gibt es bei dem einen oder anderen sicher noch etwas Nachholbedarf, da zuletzt einige prominente Fälle aufgedeckt und in der Folge mit massiven Rückflüssen bestraft wurden.

Wie verfahren Sie bei diesem Thema beim Fidelity Global Multi Asset Income Fund?

Roemheld: Das Ziel des Fonds wurde von Anfang an sehr klar formuliert: Wir streben eine Brutto-Ausschüttung von rund fünf Prozent an, die ausschließlich von den Ausschüttungen der unterliegenden Papiere im Fonds getragen werden. Dieses Ziel wird jährlich überprüft. Wird es nicht erreicht, fällt die Ausschüttung des Fonds niedriger aus, und wir kommunizieren das entsprechend.

In diesem Falle wird aber das Risiko des Fonds nicht erhöht, da auch der Kapitalschutz bei uns im stark Vordergrund steht. Zudem weist unser Fonds im Vergleich mit konkurrierenden Produkten eine sehr niedrige Volatilität auf.

Beispiele für eine aktuell defensivere Anlagestrategie sind unsere gegenüber den letzten Jahren deutlich reduzierte Gewichtung im Bereich der Hochzinsanleihen sowie eine deutliche Absicherung bei der Aktienquote, die momentan netto bei etwa 25 Prozent liegt.

Immer mehr Multi Asset Fonds setzen auf alternative Anlagen, um speziell einen Großteil des Anleihesegments zu kompensieren. Trifft das auch auf den Fidelity Global Multi Asset Income zu und wenn ja, welche Assets favorisieren Sie?

Roemheld: Im Fidelity Global Multi Asset Income haben wir seit der Auflegung vor etwa sechs Jahren alternative Anlagen als Teil der Investmentstrategie beigemischt. Seitdem bewegen wir uns in der Gewichtung zwischen 8 und 12 Prozent des Fondsvolumens. A

lternative Assets zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine geringere Korrelation zu den „klassischen Assets“ wie Anleihen oder Aktien haben, aber trotzdem über attraktive Ausschüttungen bzw. Renditen verfügen. Bei den alternativen Anlagen engagieren wir uns beispielsweise in den Bereichen Infrastruktur, Asset Leasing, Erneuerbare Energien oder Real Estate. Alle Investments werden über börsengehandelte Instrumente abgebildet.

 

Seite 2: Über geopolitische Risiken und Trends

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