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MiFID II und PRIIPs müssen dringend optimiert werden

Es gibt dringenden Handlungsbedarf im Hinblick auf Änderungen der EU-Finanzmarktregelungen (MiFID II und MiFIR) sowie bei den Basisinformationsblättern (PRIIPs).

Regulierung zügig und sorgfältig überarbeiten.

Der Deutsche Derivate Verband (DDV) hat sich dazu im Rahmen der Konsultation des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zu Erfahrungen und möglichem Änderungsbedarf im Hinblick auf die regulatorischen Neuerungen mit einer Stellungnahme deutlich positioniert.

Der DDV fordert in seiner Stellungnahme gezielte Nachbesserungen vor allem in den Bereichen Aufzeichnungspflichten, Product Governance, Kostentransparenz und bei bestimmten Marktinfrastrukturthemen sowie eine umfassende Änderung der PRIIPs-Verordnung [1].

Zunehmende Bürokratisierung zeigt Folgen

Die zunehmende Bürokratisierung des Wertpapiergeschäfts, allen voran der Anlageberatung, zeigt bereits Folgen: Immer mehr Kunden schrecken vor einer Anlage in Wertpapiere zurück. Die Detailtiefe der regulatorischen Vorgaben erschwert zudem die gleichzeitige und homogene Umsetzung in Europa: Während die MiFID [2] in Deutschland mit immensem Aufwand pünktlich umgesetzt wurde, war dies in anderen EU-Länder nicht der Fall.

Bereits umfassend regulierter Finanzsektor überfrachtet

Dr. Henning Bergmann, geschäftsführender Vorstand des DDV, bemerkt hierzu: “Es kann nicht sein, dass der europäische Gesetzgeber über wichtige Anliegen hinweggeht, damit sehenden Auges das Wertpapiergeschäft erschwert und dann diese Vorschriften in der EU nicht einheitlich umgesetzt werden. Die seit mehr als einem Jahr geltenden Regelwerke haben den bereits umfassend regulierten Finanzsektor mit neuen Maßgaben überfrachtet. An dieser Stelle gilt es, umfassend, zügig, aber nicht überhastet gravierende Unstimmigkeiten und Unklarheiten zu beseitigen. Europäische Regulierung muss zudem so gestaltet sein, dass sie mit vertretbarem Aufwand in allen Ländern fristgerecht umgesetzt werden kann.” (fm)

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