10. Oktober 2019, 11:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Negative Anleiherenditen: Die Neue Normalität?

Es ist eine seltsame Vorstellung, dass Sparer eine Bank dafür bezahlen, dass sie ihr Geld verwahrt – aber genau das könnte in Teilen der Eurozone kommen. Anleiheinvestoren sind damit sogar schon konfrontiert: Viele Staatsanleihen aus Ländern wie Deutschland und Japan rentieren unter null.

Zinsen-sinken-750-shutterstock 53504905 in Negative Anleiherenditen: Die Neue Normalität?

Das Gesamtvolumen dieser negativ verzinslichen Anleihen hat kürzlich 15 Billionen US-Dollar überschritten. Auch Unternehmensanleihen folgen allmählich diesem Beispiel; einige sind bereits heute negativ verzinst. Während diese Szenarien früher undenkbar waren, gewinnen sie heute mehr und mehr an Normalität. „Um mit dem negativen Zinsumfeld besser klarzukommen sind Investoren gut beraten, ihre Portfolios neu zu bewerten“, sagt Nick Hayes, Portfoliomanager bei Axa Investment Managers. Die Kombination aus der sich andauernd wandelnden Weltpolitik, der sich ändernden Demografie und der nachlassenden Weltkonjunktur verlange von Anleiheinvestoren, dass sie flexibler sein müssten als je zuvor.

Anleihen für viele Investoren unverzichtbar

„Wir meinen, dass sie sich für Neues öffnen sollten“, ergänzt Hayes. Als Absicherung seien Anleihen für viele Investoren, wie etwa Pensionskassen, nach wie vor unverzichtbar. Der Experte weist auf chinesische Anleihen hin, die im April erstmals in den Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index aufgenommen wurden. Weitere Indizes könnten diesem Beispiel folgen. „Das könnte gewaltige Zuflüsse in den chinesischen Anleihemarkt auslösen und den Renminbi stützen – und damit auch große Auswirkungen auf die internationalen Anleihemärkte haben“, so Hayes weiter. Die Eigentümerstruktur von Staatsanleihen weltweit könne sich in den nächsten zehn Jahren erheblich ändern. „China könnte zu einem höher verzinslichen Markt für Investoren werden, die zu mehr Risiken bereit sind. Vielleicht werden chinesische Anleihen aber auch zu einem sicheren Hafen. Zurzeit halte ich beides für denkbar“, so der Experte.

Handelskonflikt hinterlässt Spuren

Derweil zeige der festgefahrene Handelskonflikt zwischen den USA und China – den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – in dramatischer Weise, wie wichtig China für die Welt mittlerweile geworden ist. Das chinesische Wirtschaftswachstum bekommt schon jetzt die Konsequenzen zu spüren: im zweiten Quartal dieses Jahres war es so niedrig wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.[2] Das hat globale Folgen, denn China ist der weltgrößte Exporteur und der zweitgrößte Importeur nach den USA.[3] Andere Emerging Markets und asiatische Länder dürften unterdessen von den amerikanischen Zöllen auf chinesische Güter profitieren. So könnte zum Beispiel Indonesien einen Teil der Produktion übernehmen, die bislang in China stattfand.

Neuer Kalter Krieg?

„Die Befürchtungen, dass sich der Handelskrieg zu einem neuen Kalten Krieg entwickelt, scheinen zwar übertrieben. Möglich ist aber, dass die Welt nicht zum früher üblichen Freihandel zurückkehrt“, sagt Hayes. Konflikte wegen geistiger Eigentumsrechte zwischen den USA und China hätten zu neuem Protektionismus geführt, der vermutlich von Dauer sein und nachhaltige Auswirkungen auf die Märkte weltweit haben werde. Bei einer weiteren Eskalation des Handelskrieges seien auch negative US-Staatsanleiherenditen sind nicht auszuschließen. „Wir sehen aber auch Chancen an anderen Märkten, gerade wenn Investoren, die auf der Suche nach Qualitätstiteln sind, international denken“, so der Experte.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hanse Merkur: “Herausragendes Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen”

Die Hanse Merkur hat 2019 mit einem herausragenden Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen abgeschlossen. Insbesondere die Geschäftsfelder Gesundheit und Pflege (plus 10,4 Prozent) sowie Risiko- und Altersvorsorge (plus 62,5 Prozent) hatten einen großen Anteil an diesem Ergebnis. Die Brutto-Beitragseinnahme  stieg um 11,7 Prozent beziehungsweise 238,8 Millionen Euro auf 2.288 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

Online-Portale von Immobilienmaklern im Test

Besonders in den Großstädten gilt: Wohnraum ist knapp und die Suche nach einer neuen Immobilie – sei es zur Miete oder zum Kauf – zerrt an den Nerven. Wer dabei auf professionelle Hilfe setzt, kann sich neben überregionalen Makler-Ketten auch an einen der zahlreichen Anbieter vor Ort wenden, die mit der regionalen Situation und den Marktpreisen bestens vertraut sein sollten. Ob die Websites der Makler vor Ort eine Verbraucherempfehlung sind, zeigt ein Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

mehr ...

Investmentfonds

EY-Prüfberichte zu Wirecard könnten bald eingesehen werden

Gläubiger und Aktionäre haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, die normalerweise streng geheimen Abschlussberichte von Wirtschaftsprüfern einzusehen. Das könnte im Fall Wirecard große Bedeutung haben, sagt Wirtschaftsprofessor Kai-Uwe Marten von der Universität Ulm.

mehr ...

Berater

Investieren Sie in Ihr persönliches Wachstum

Wissen Sie, welche Investition sich tausendfach auszahlt? Der Selbstinvest. Das beschrieb schon Warren Buffet. Auch meine Erfahrung ist, dass persönliches Wachstum der elementare Strategiebaustein für ein erfolgreiches Geschäft als Finanzberater ist. Wer heute einen kleinen Schritt in Richtung individuelle Weiterentwicklung geht, kann in Zukunft Großes bewegen. Dabei gibt es konkrete Stellschrauben, die Erfolgshungrige wirklich pushen und sich gleichzeitig optimal in den Arbeitsalltag eines Finanzprofis integrieren lassen. Die Renziehausen-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Umsatz gestiegen, Kurse gefallen

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet im Juni bezüglich der Anzahl der Transaktionen und des Nominalumsatzes eine leichte Belebung des Zweitmarkts für geschlossene Fonds. Der Durchschnittskurs sank hingegen zum dritten Mal in Folge.

mehr ...

Recht

Urteil: Haushaltsführungsschaden kennt keine Altersgrenze

Nach einem Verkehrsunfall kann man Anspruch auf eine vierteljährlich zu zahlende Rente haben – der sogenannte Haushaltsführungsschaden. Diese Zahlung ist nicht auf ein Höchstalter begrenzt. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt hervor (Aktenzeichen: 22 U 82/18), von der die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

mehr ...