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Sicherheitsillusion führt zu Vermögensverlusten

Warum nehmen Deutschlands Sparer Verluste in Kauf? Niedrigzinsen und Inflation nagen an Vermögenswerten, doch fehlendes Vertrauen und Know-how verhindern Geldanlagen mit höheren Rendite-Chancen. So die Ergebnisse einer repräsentativen Studie von Marketagent im Auftrag von wikifolio.com, Europas führender Online-Plattform für Handelsideen von privaten und professionellen Tradern.

Der am weitesten verbreitete Grund, warum alternative Anlagemöglichkeiten wie Aktien, Anleihen, Investmentfonds und ETFs für Börsen-Skeptiker nicht in Frage kommen, ist fehlendes Vertrauen. Für knapp 40 Prozent sind diese Anlagen „allgemein zu riskant“, jeder Dritte (34%) vertraut Börsen und Aktienmärkten nicht und jeder Fünfte hat kein Vertrauen in Anlageberater (21%). Etwas mehr Zuversicht findet sich bei den Jüngeren (18-29 Jahre). Geschlecht und Bildung spielen dagegen keine Rolle.

Für Andreas Kern, Gründer und CEO von wikifolio.com, ist die Einschätzung vieler Sparer eine Fehlwahrnehmung. Sie würden übersehen, dass sie weniger zurückerhalten, als sie eingezahlt haben. „Das Einzige, das bei Sparbuch und Girokonto sicher ist, ist der Wertverlust. Bei Anlagezeiträumen von mehr als 15 Jahren bleiben Aktieninvestments deutlich im Plus, auch wenn es zwischendurch mal nach unten geht.“ So hat sich der Wert deutscher Aktien (DAX 30) in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Überzeugungen und Unsicherheit verhindern Geldanlagen mit besseren Chancen

Viele Sparer, die nicht an den Börsen anlegen, sehen keine Notwendigkeit, höher rentierliche Anlageprodukte zu nutzen. Sie finden, „ein Sparbuch tut es auch” (15%). Fast genauso viele sind überzeugt, dass sich die Papiere nicht für sichere Anlagen eignen und nur für Vermögen, das nicht benötigt werde (12%).

Jeder Zehnte weiß nicht, wie der Ablauf solcher Geldanlagen aussieht, und etwas mehr stellen fest, dass sie für diese Anlageformen viel zu wenig Informationen haben (13%). Vor allem Frauen und Jüngeren (18-29 Jahre) fehlt das Know-how. „Das ist fast schon tragisch“, findet Kern. Denn es seien gerade Frauen und junge Leute, für die es auf einen langfristigen Vermögensaufbau ankomme.

Keine Zeit, kein Geld, keine Lust um Vermögen aufzubauen

Fast jeder dritte Börsen-Skeptiker ist überzeugt, dass er kein Geld besitzt, das er anlegen könnte (31%). Dabei erreichte das Vermögen deutscher Haushalte mit 6.237 Milliarden Euro laut Bundesbank in diesem Jahr einen neuen Rekordwert. Fast jedem Fünften fehlen Zeit (17%) oder Lust (19%). Diese Auffassungen sind vor allem bei den Jüngeren weiter verbreitet. Das will Kern nicht gelten lassen: „Jeder kann mit kleinen Beträgen anfangen und sollte ein bisschen Zeit und Lust finden, Beratungsmöglichkeiten und qualifizierte Informationen zu suchen.“ Das werde sich am Ende auch auszahlen, ist Kern sicher.

Zur Studie: Befragt wurden 1.450 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zwischen 18 und 65 Jahren. Darunter sind 446 Personen, die noch nicht in börsengehandelte Anlageprodukte investiert haben („Börsen-Skeptiker“). Durchgeführt wurde die Befragung vom Online-Research Institut Marketagent.com.

Foto: Shutterstock