21. Mai 2019, 13:36
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UniCommerz oder CommerzING? Oder was kommt als nächstes?

Allerdings wäre dies eine deutliche Abkehr von der derzeitigen Strategie der ING, ein Digital-/Innovationsführer mit einem flächendeckenden und filiallosen Netzwerk in vielen Ländern zu werden. Interessanterweise gehört die ING zu den wenigen Banken, die nahe ihrer Eigenkapitalkosten tatsächlich einen Return on Equity (RoE) erwirtschaftet – gerade wegen ihres Cost-Light- und Filialnetz-Light-Ansatzes.

Die zweite Schwierigkeit ist, dass der ROE bei einer Fusion negativ werden würde und das wäre kaum im langfristigen Interesse von Aktionären und Gläubigern abgesehen von einem einmaligen theoretischen Gewinn.

Schafft der Preis nun die fehlende Nachfrage?

Vergessen wir nicht, dass die Commerzbank ein strukturell herausforderndes Unternehmen ist und kein wertvoller Vermögenswert, um den sich jeder bemüht. Wenn es also einen Deal-Impuls gibt, geht er von der Commerzbank selbst aus und nicht von jemand anderem. Die nicht beneidenswerte Kapital- und Ertragslage ist zum Teil auf eigene Entscheidungen aus der Vergangenheit und zum Teil auf die strukturelle Verfassung der deutschen Bankenlandschaft zurückzuführen.

Der Hauptanreiz einer möglichen Transaktion liegt nach Ansicht von Marktexperten daher im Preis. Einige meinen, dass der 0,4x Price to Net Asset Value (NAV) der Commerzbank sehr günstig ist. Die erwarteten Renditen auf das “materielle” Eigenkapital von unter 5% – unter Berücksichtigung von Marktübereinstimmungen – machen die Commerzbank jedoch nicht “billig”.

Weitere Tricks der Buchhalter in Bezug auf den Goodwill könnten das Geschäft aus der Sicht eines potenziellen Bewerbers begünstigen, aber die Europäische Zentralbank wird solche Schwindeleien eher nicht dulden.

Probleme des europäischen Bankensektors

Die Commerzbank hat ein Problem zu lösen, ebenso wie das EU-Bankensystem. Das Fehlen eines gemeinsamen Einlagensicherungsmechanismus, auch bekannt als Fungibilität der Einlagen für die gesamte Europäische Union, verhindert die Schaffung eines einheitlichen Bankenmarktes – und das lähmt den Bankensektor der EU. Die Unfähigkeit, Überkapazitäten abzubauen und Kosten durch grenzüberschreitende Fusionen zu senken, versetzt den Sektor in eine dauerhaft hinter den US-Banken zurückbleibende Position.

Hinzu kommt der unglaublich zersplitterte Bankensektor in Deutschland. Diese Aufspaltung stellt das Umsatzwachstum und die Kostensituation von Tausenden von Niederlassungen in Frage und schafft eine nicht nachhaltige Kostenbasis. Diese Faktoren, zusammen mit einer Gewerkschaft, die sich vehement gegen jede signifikante Rationalisierung wendet, erhöhen die Komplexität.

Ohne die Lösung mindestens eines dieser Faktoren wird es für jede deutsche Bank, einschließlich der Commerzbank, äußerst schwierig sein, auf EU-Ebene wettbewerbsfähig zu sein. Keine Art von M&A kann diese wesentliche Tatsache ersetzen.

Foto: Kames Capital

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