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Weltwassertag: Ohne Wasser ist alles nichts

Heute ist Weltwassertag – Bestandteil der Wasserdekade der Vereinten Nationen, die für den Zeitraum von März 2018 bis März 2028 ausgerufen wurde. Ein Kommentar von Nedim Kaplan, Ökoworld Lux S.A.

Nedim Kaplan, Ökoworld: “Besonders wichtig ist uns die Unterscheidung in die strategische Investition in Wasserressourcen, um daraus Profit zu schlagen – ein Geschäftsfeld, das wir explizit ablehnen – und die Investition in Unternehmen, deren angebotene Produkte oder Dienstleistungen mit dem Fokus Wasser verknüpft sind.”

Seit Apollo 8 am 24. Dezember 1968 als erste Weltraumkapsel den Mond umrundete, haben sich das Bild und die Vorstellung der Menschheit von unserem Heimatplaneten entscheidend verändert. Eine Farbfilm-Kamera an Bord von Apollo 8 lieferte uns den Beweis, dass sich unser Heimatplanet inmitten eines schwarzen Hintergrundes in einem leuchtenden Blau präsentiert. Seitdem ist vom Blauen Planeten die Rede.

“Leaving no one behind”: Der Weltwassertag 22. März 2019

Ein guter Anlass für die wasserbezogene Öffentlichkeitsarbeit ist der Weltwassertag am 22. März, zu dem die Vereinten Nationen alljährlich aufrufen. Der Weltwasserstag 2019 steht unter dem Motto “Leaving no one behind – water and sanitation for all” – “Niemand zurücklassen – Wasser und Sanitärversorgung für alle”. Das Thema des World Water Development Reports, der immer aus Anlass des Weltwassertages von UN Water herausgegeben wird, konzentriert sich ebenso auf diese Thematik und lautet für 2019 “Leaving no one behind”.

In der 66. Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN; United Nations – UN) wurde im Dezember 2016 die Ausrufung der VN-Wasserdekade vom 22. März 2018 bis zum März 2028 beschlossen. Die VN-Wasserdekade verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:

• Verbesserung der Wissensverbreitung zum Thema Wasser und Gewässerschutz, einschließlich Informationen zu wasserbezogenen SDGs;

• Stärkung der Kommunikationsmaßnahmen zur Umsetzung der wasserbezogenen Ziele.

Seite zwei: Wasser ist Leben [1]

Wir alle sind abhängig von Wasser, sei es zum Trinken, Duschen, Toilettenspülung oder Kochen. Für eine Tasse Kaffee werden 140 Liter Wasser benötigt, wenn man das im Anbau, bei der Röstung, bei der Verschiffung und der Zubereitung verwendete Wasser dazu rechnet. Rund 121 Liter des kostbaren Gutes verbraucht jeder von uns pro Tag. 4000 Liter sind es, wenn man den Wasserverbrauch bei der Produktion von Lebensmitteln mitberechnet.

Wasser effizienter nutzen

Bereits heute geht der Wasserverbrauch in vielen Regionen über den nachhaltigen Trinkwasserzufluss. Laut Expertenmeinung ist die Tendenz hierbei steigend. Die einzige Möglichkeit, hier eine Trendwende zu bewirken, ist, unser kostbares Wasser effizienter zu nutzen und somit auch unser Abwasser nicht “wegzuwerfen”, sondern weltweit ausreichend zu klären und wiederzuverwenden.

Die in den Abwässern enthaltenen Schadstoffe richten an den Oberflächengewässern (Flüsse, Seen, Meere), sowie im Grundwasser großen Schaden an und gefährden die Wasserversorgung.

Investition “blaues Gold”

Nach welchen Kriterien unser Wasserfonds, der Ökoworld Water for Life, seine Investitionsentscheidungen trifft und warum wir Investitionen in die “Wasser”-Branche grundsätzlich für vertretbar halten: Das ist natürlich ein weites Feld – ein Megathema.

Besonders wichtig ist uns die Unterscheidung in die strategische Investition in Wasserressourcen, um daraus Profit zu schlagen (ein Geschäftsfeld, das wir explizit ablehnen) und die Investition in Unternehmen, deren angebotene Produkte oder Dienstleistungen mit dem Fokus Wasser verknüpft sind. Letzteres sind die Unternehmen, in die wir investieren – dazu gleich mehr.

Seite drei: Der Bedarf an Wasser steigt global überproportional [1]

Mit anhaltendem Wirtschaftswachstum und zunehmender Weltbevölkerung steigt der Bedarf überproportional. Dazu kommt der Einfluss des Klimawandels, der in ohnehin trockenen Gebieten zu noch weniger Niederschlägen führt.

Es braucht also Lösungsansätze. Zwar werden immer wieder Stimmen laut, die fordern, Wasser zu einem Allgemeingut zu machen. Doch davon hält Ökoworld wenig. Wasser als Allgemeingut erzeugt deutlich geringere Anreize für wassersparendes und umweltschonendes Verhalten.

Wasser ist oft zu billig

In vielen Ländern ist das kostbare Nass zudem zu billig, sein Preis spiegelt nicht seinen wahren Wert wieder. Gerade in den Industrieländern darf es kein Recht auf kostenloses Wasser geben, da dies sonst den nicht nachhaltigen Umgang fördert.

Unser Ökoworld Water for Life meidet Wasserversorger, die keiner Regulierung unterliegen und Menschen von der Versorgung ausschließen können oder Konzerne, die strategisch in Wasserressourcen investieren.

Ökologischer Umgang mit Wasser

Natürlich ist es für die Anleger schwer nachvollziehbar , ob alle im Fonds enthaltenen Firmen auch wirklich einen ökologischen Umgang mit Wasser pflegen. In dieser Hinsicht bietet der Ökoworld Water for Life eine echte Alternative. Bei uns ist ein Sustainability Research vorgelagert. Dort werden jene Firmen herausgefiltert, die unseren Kriterien entsprechen.

Im zweiten Schritt suchen wir in diesem Universum dann Unternehmen heraus, die ein Teil der Lösung des Wasserproblems sein können, fundamental attraktiv aussehen und eine Wachstumsstory bieten. Und damit die Chance auf eine attraktive Rendite bieten.

Seite vier: 70 Prozent globaler Wasserverbrauch für Landwirtschaft [2]

Etwa 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs entfallen auf die Landwirtschaft. Die konventionelle Landwirtschaft einschließlich der Massentierhaltung und der dafür benötigten Futtermittelproduktion sind gigantische Wasserschlucker. Zur Gewinnung eines Kilogramms Rindfleisch können somit durch die Fütterung von Mais und Soja leicht über 10.000 Liter Wasser benötigt werden.

Dünge- und Pflanzenschutzmittel belasten

Darüber hinaus belastet der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln die Oberflächengewässer. Eine ökologische Landwirtschaft, verbunden mit veränderten Ernährungsgewohnheiten, hilft, die insgesamt mit der Herstellung der Nahrungsmittel verbundenen Treibhausgase sowie den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Wird weniger Fleisch gegessen, so reduzieren sich die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – einschließlich der reduzierten Düngemittelproduktion (für den Anbau der Futtermittel Soja und Mais) und der entfallenden Massentierhaltung.

Wie und wo wir investieren…

Über 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt – aber nur 0,3 Prozent davon sind Trinkwasser. Und dieses Trinkwasser ist für uns überlebenswichtig. Zwar verfügen wir in den Industrieländern über technische Möglichkeiten, das Wasser mit hohem Energieaufwand zu klären und aufzubereiten, das darf uns aber nicht von einem sorgsamen Umgang mit dieser begrenzt verfügbaren Ressource abbringen.

Ökoworld investiert daher in Unternehmen, die für einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Wasser stehen. Sei es als Hersteller von Komponenten für die Wasserinfrastruktur, als staatlich regulierte Wasserversorger (d. h. die Unternehmen können die Preise nicht willkürlich festsetzen und sind zum Anschluss der Haushalte an die Wasserversorgung verpflichtet), als Abwasserentsorger.

Dabei nimmt die Abwasserentsorgung einen ebenso wichtigen Stellenwert ein wie die Versorgung mit Frischwasser. Die in den Abwässern enthaltenen Schadstoffe richten in den Oberflächengewässern (Flüsse, Seen oder Meere) sowie im Grundwasser großen Schaden an und gefährden die Wasserversorgung. Regulierte Versorger wie American Water, Severn Trent, Manila Water oder die brasilianische Companhia de Saneamento Basico do Estado de Sao Paulo sind daher Teil des Anlageuniversums.

Seite fünf: Ein klares Nein… und nochmal NEIN! [3]

Wie bereits erwähnt – Ökoworld investiert nicht in kontroverse Unternehmen, die als Wasserversorger keiner Regulierung unterliegen und damit Menschen von der Versorgung ausschließen können. Ebenso investiert Ökoworld nicht in Unternehmen, die strategisch in Wasserressourcen investieren.

Wasseraufbereitung finden wir gut

Verschiedene Unternehmen, die Anlagen und Komponenten für die Wasseraufbereitung, die Abwasserklärung oder die Wasserinfrastruktur entwickeln und herstellen, kommen für uns in Betracht. Unternehmen wie Mueller Water, CT Environmental oder Coway.

Der Mensch und seine weitere Entwicklung hängen direkt vom Zugang zu sauberem Trinkwasser und zum Rohstoff Wasser ab. Schon heute geht in vielen Regionen weltweit der Wasserverbrauch über den nachhaltigen Frischwasserzufluss hinaus. Diese Tendenz wird sich nach Expertenschätzungen deutlich verstärken, wenn es nicht gelingt, Wasser effizienter zu nutzen und regional die Wasserqualität zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.

Teil der Lösung – nicht Teil des Problems

Unternehmen, in die wir investieren, müssen Teil der Lösung und dürfen nicht Teil des Problems sein. Daher identifizieren wir die passenden Unternehmen über so genannte Positivkriterien. Zu den Positivkriterien gehören bei Ökoworld entsprechend der schonende Umgang mit der Ressource Wasser bzw. der Schutz natürlicher Wasserreservoirs.

Hierzu zählen zum Beispiel auch Unternehmen aus den Bereichen grundwasserschützendes Recycling von Industriemetallen, chemischen Abfällen oder Krankenhausabfällen.

Grundsätzlich in Frage kommen auch Unternehmen, die sich um den Schutz des Grundwassers vor Schadstoffeintrag verdient machen, um die wassereffiziente Lebensmittelproduktion oder die umwelt- und wasserschonende Elektronikproduktion.

Seite sechs: Wozu gibt es einen Weltwassertag? [4]

Die Weltwassertage und der World Water Development Report sind vor dem Hintergrund der Umsetzung der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung und der darin enthaltenen wasserbezogenen Ziele, insbesondere des Nachhaltigkeitsziels 6 “Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten” zu sehen, die im Jahr 2015 von den VN-Mitgliedstaaten beschlossen wurden.

Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung

Die Weltwassertage sollen dazu genutzt werden, insbesondere die breite Öffentlichkeit auf diese globalen Zielsetzungen und ihre lokale Bedeutung sowie auf die Herausforderungen der Umsetzung dieser Ziele aufmerksam zu machen. Menschen sollen dazu motiviert werden, sich für diese Umsetzung einzusetzen.

Alle Staaten sind aufgefordert, den Weltwassertag der Umsetzung der VN-Empfehlung zu widmen und geeignete, konkrete Aktionen auf nationaler Ebene durchzuführen. Informationen zum Weltwassertag stehen auf der Internetseite der VN zur Verfügung.

Nedim Kaplan, Senior Portfolio Manager der Ökoworld Lux S.A.

Fotos Ökoworld, Shutterstock