Weltweiter Kampf um die schwächste Währung

Nach der Mobilmachung der USA im Währungsabwertungskrieg ist der Export-Darwinismus weltweit ausgebrochen. Welcher Politiker in Deutschland stört sich denn noch ernsthaft daran, dass Euro und EZB entgegen aller anfänglichen Versprechungen doch nicht so stabil wie D-Mark und Deutsche Bundesbank sind? Für Außenhandel und Wirtschaftswachstum des Vaterlands wirft man doch gerne seine früheren friedfertigen Überzeugungen über Bord.

Allerdings, wenn alle ihre Währungen schwächen, wird am Ende keine Währung wirklich schwach sein können. Wechselkurse werden ja immer X gegen Y gerechnet. Der Kampf um die schwächste Währung ist also nicht zu gewinnen. Dennoch versuchen es alle unbeirrt weiter. Das erklärt auch die seit Jahren fallende Schwankungsbreite von Wechselkursen.

 

Resultat ist ein anhaltendes Ersaufen der Finanzmärkte in zinsgünstiger Liquidität. Damit bleiben Zinspapiere – vor allem nach Inflation – so attraktiv wie Karies und Parodontose. Dagegen hält der globale Währungsabwertungskrieg die Liquiditätshausse am Aktienmarkt intakt.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator. Er ist aus Funk und Fernsehen bekannt und schreibt regelmäßig für Cash.

Foto: Baader Bank

 

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