30. April 2020, 01:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anleiheninvestoren sollten Wert auf Liquidität und Qualität legen

Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich, wirft einen analytischen Blick auf den Anleihenmarkt und analysiert die Perspektiven für festverzinsliche Papiere vor dem Hintergrund der Coronalage.

Thoma-BeatFisch-AM750 in Anleiheninvestoren sollten Wert auf Liquidität und Qualität legen

Beat Thoma, Fisch Asset Management

Die momentane Lage und der Blick auf den weiteren Jahresverlauf stellt sich für Investoren ungewöhnlich anspruchsvoll beziehungsweise herausfordernd dar. Denn für die Beurteilung der aktuellen Konjunktur- und Finanzmarktentwicklung sind traditionelle Konjunkturzyklusmodelle weiterhin nicht brauchbar. Dies liegt daran, dass die derzeitige Covid-19-Krise auf einem exogenen Schock und nicht auf langfristigen zyklischen Mustern basiert.

Die gute Nachricht ist, dass sich die Ausbreitungsdynamik von Covid-19 sich in vielen Ländern klar abzuschwächen beginnt. Es kommt zu ersten Lockerungen der Beschränkungen in der Wirtschaft. Zudem sinkt die Auslastung der Krankenhäuser und es kommt zu einer Entlastung des Gesundheitssystems. Trotz diesem positiven Trend ist derzeit enorm schwierig, die Folgen für die Konjunktur und die Finanzmärkte abzuschätzen.

Unserer Ansicht nach bestehen weiterhin große Risiken an den Finanzmärkten. Der Zusammenbruch des Erdölmarkts ist ein beispielloses Warnsignal und könnte der Vorbote für ähnliche Stresssituationen auf anderen Märkten sein. Die Handlungsfähigkeit der Zentralbanken wird hier sehr stark in Frage gestellt. Zudem wird das ganze System derzeit mit Hilfe von nie dagewesenen Liquiditätsspritzen am Leben erhalten, ohne die genauen Folgen zu kennen.

Angesichts dieses Umfelds sollten Anleiheninvestoren ihr Hauptaugenmerk aktuell auf die Kreditprofile der Unternehmen legen. Denn es gilt nun in erster Linie Ausfälle zu vermeiden und sich daher defensiv zu positionieren. Wir bevorzugen derzeit qualitativ starke Unternehmen mit geringer Verschuldung, ordentlichen Cashreserven und stabilen Cashflows. Zudem legen wir in unserer Analyse ein großes Augenmerk darauf, Unternehmen zu identifizieren, die eine mögliche zweite Abwärtswelle in der Coronavirus-Krise überleben können. Denn diese Gefahr darf nicht unterschätzt werden. Zusätzlich sind eine gute Marktliquidität der einzelnen Titel und die Vermeidung von Problemsektoren sehr wichtig. Dazu zählen unserer Meinung nach der Energie- sowie der Transportsektor. Auch der Reise- und Tourismusbereich birgt derzeit besondere Risiken.

Foto: Fisch Asset Management

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mehr Schutz für die Zähne, ambulant und stationär?

Einfach geregelt. Mit den neuen Zusatzversicherungen der SDK. Als Einzelversicherung für Privatpersonen oder als betriebliche Krankenversicherung für Firmen.

mehr ...

Immobilien

ZIA: Bundesweiter Mietenstopp schadet Mietern

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, kritisiert die aktuellen Vorschläge des Deutschen Mieterbundes für einen bundesweiten Mietenstopp.

mehr ...

Investmentfonds

Wie reagieren die Märkte auf den sich verschärfenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf?

Die Corona-Krise hat Präsident Trump in eine etwas schwierige Lage gebracht. Dies hat dazu geführt, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl im November von einigen Beobachtern in Frage gestellt wird. Wenn man bedenkt, was Präsident Trump während seiner Amtszeit zugunsten des Unternehmenssektors bewirkt hat, gibt es in der Tat guten Grund zur Sorge, sollten einige der von ihm eingeführten Maßnahmen im Falle eines Biden-Sieges rückgängig gemacht werden. Aber ist es so einfach? Genauso wichtig ist es zu berücksichtigen, wie der Kongress aufgeteilt sein wird. Ein Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

mehr ...

Berater

Steuerbetrug: Ein europäischer Wettbewerb

Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...