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BNY Mellon: Unternehmensanleihen kaufen, wenn die Kanonen donnern

Seit dem Markteinbruch im Frühjahr, unter dem vor allem Schwellenländer- und Hochzinsanleihen stark litten, haben sich viele Anleihesegmente wieder deutlich erholt. Die makro-ökonomische Lage bleibt jedoch besorgniserregend: Gerade meldeten die USA einen historischen Konjunktureinbruch im zweiten Quartal, und auch für die deutsche Wirtschaft ging es von April bis Juni mit minus 10,1% stark bergab. Paul Brain, Newton IM, sieht trotz der düsteren wirtschaftlichen Lage Lichtblicke für Anleiheinvestoren.

Paul Brain, Newton IM

Unterstützt von der Aussicht auf eine wirtschaftliche Erholung und die Interventionen der Notenbanken haben sehr viele Unternehmen neue Anleihen begeben, um so ihre Bilanzen aufzubessern. Das Risiko einer weiteren Konjunkturverschlechterung und folgenden hohen Arbeitslosenzahlen besteht jedoch weiterhin.

Wir rechnen mit Ausfallraten von rund 9-10% in den USA und 8- 9% in Europa. So sind etwa Hochzinsanleihen aus dem Energiesektor immer noch anfällig für Zahlungsausfälle und könnten zudem von signifikanten Umstrukturierungen betroffen sein.

Eine Reihe von Unternehmen wird Schwierigkeiten haben, ihre Couponzahlungen aufrechtzuerhalten, denn das derzeitige wirtschaftlich schwierige Umfeld wird wohl mindestens bis zum dritten oder vierten Quartal 2020 anhalten.

Der Unterschied zu früheren Rezessionen: Die US-Notenbank Fed hat nicht nur betont, dass die Unternehmen keine Schuld träfe, sondern auch angekündigt, dass weitere Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft wahrscheinlich seien. Zusätzliche geldpolitische Eingriffe dürften aber über einen längeren Zeitraum verteilt werden, damit die Banken nicht überfordert werden. Das führt zwar zur „Abflachung der Kurve“, hilft aber nicht, eine hohe Anzahl von Kreditausfällen zu verhindern.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Interessant sind etwa erstklassige supranationale Anleihen mit AAA-Rating und Teile des Investment-Grade-Segments. Denn aus Anlegersicht sind Zinstitel auch wegen ihrer vertraglich festgelegten und damit stabilen Erträge attraktiv. Durch die unsichere Wirtschaftslage steigt zwar das Risiko, dass Anleihen herabgestuft werden oder ausfallen, aber gleichzeitig sind die Renditechancen bei sehr vielen Unternehmensanleihen gestiegen – und das wirkt sich positiv auf den zukünftigen Einkommensstrom aus.“

Paul Brain ist Manager des BNY Mellon Global Dynamic Bond Funds und Head of Fixed Income bei Newton IM, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management.

Foto: Newton IM