12. Oktober 2020, 05:00
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Coins und Token ins Kundenportfolio – soll ich? Und wenn ja: wie?

Finanzdienstleister kommen am Thema Digitale Assets nicht mehr vorbei. Sie brauchen Lösungen statt Ausflüchte. Ein Grundlagen-Seminar im Oktober soll hierbei helfen.

Krypto-Gold in Coins und Token ins Kundenportfolio – soll ich? Und wenn ja: wie?

Gerade bei jungen Anlegern sind Kryptowerte wie Bitcoins, andere Kryptowährungen oder auch Token in allen Spielarten bekannt und häufig auch beliebt. Können Finanzdienstleister sich diesem Trend dauerhaft entziehen? Wohl nicht, wenn sie ihren Kundenstamm generationenübergreifend erhalten oder erweitern wollen.

Das Wegbrechen von Mandaten verhindern

Denn anders ist eine Kundenbindung vielfach nicht möglich, wie das Beispiel eines Vermögensverwalters zeigt: Ein betagter Kunde verstarb und hinterließ ein großes, breit gestreutes Aktienportfolio. Die Erben wollten den Vertrag mit dem Vermögensverwalter gerne fortsetzen, wünschten aber eine zehnprozentige Beimischung von Bitcoins und anderen Kryptowerten. Der Vermögensverwalter konnte diesen Wunsch nicht erfüllen, da seine Depotbanken keine Kryptoverwahrung anbieten. Die Erben zogen daraufhin ihr Vermögen ab.

Betreuung krypto-affiner Kunden immer wichtiger

Auch im Beratungsbereich sind ähnliche Konstellationen an der Tagesordnung. „Mandanten berichten mir, dass sie krypto-affine Kunden nicht kompetent betreuen können, weil ihnen das Knowhow fehlt und sie nicht imstande sind, bestehende Angebote am Markt auf Plausibilität zu überprüfen“, sagt Rechtsanwalt Jan Knappe aus München. Seiner Meinung nach geht es nicht darum, sich diesen Kunden anzubiedern: „Jeder Finanzdienstleister darf seine eigene Meinung zu Kryptowerten haben, und seine Kunden werden es schätzen, wenn er ihnen diese Meinung erläutert. Aber egal, wie der Finanzdienstleister selbst zu diesem Segment oder einzelnen Produkten steht – er sollte in der Lage sein, hierzu eine fachlich fundierte Beratung anzubieten“.

Dazu gehört zunächst einmal ein eigenes Verständnis von der Materie. Was sind Kryptowerte überhaupt? Woraus beziehen sie ihren Wert? Wie bilden sich die Preise? Welche Investitionsmöglichkeiten gibt es am Markt? Wie kann ich Kryptowerte kaufen und verkaufen, und wie kann ich sie verwahren? Welche spezifischen Risiken sind mit dem Erwerb und dem Halten von Kryptowerten verbunden?

Welche Infrastruktur notwendig ist

Doch damit ist es nicht getan. Rechtsanwalt Knappe: „Im Kryptosegment benötigt jeder Finanzdienstleister eine gewisse Infrastruktur. Er muss entscheiden können: Welche Kryptobörse ist vertrauenswürdig, welcher Custodian hat das passende Angebot für meine Kunden? Kann ich als Vermögensverwalter meinen Kunden eine depotbankähnliche Struktur für den Kryptobereich anbieten?“

Seiner Ansicht nach gehören zu so einer Infrastruktur auch Experten, die in der Lage sind, Kryptowerte auf Herz und Nieren zu prüfen. Ist die Blockchain so aufgesetzt worden wie im Prospekt beschrieben? Ist das Konzept schlüssig? Ist das Angebot aufsichtsrechtlich sauber? Ist die Tokenisierung vorliegend sinnvoll, oder wird hier nur versucht, den Vertriebserfolg einer unattraktiven Anlage über die Lustvokabel „Blockchain“ zu fördern?

Interaktives Online-Seminar schafft Mehrwert

Gemeinsam mit der Firma yourcomp hat Knappe ein Online-Seminar konzipiert, in dessen Rahmen all diesen Fragen nachgegangen werden soll. Claudia Hendel, die Geschäftsführerin von yourcomp: „Es handelt sich um ein Grundlagenseminar mit Experten aus verschiedenen Disziplinen. Wir haben den Event auf zwei Tage verteilt. Am ersten Tag referieren drei Fachleute über die technischen Grundlagen und die Besonderheiten von blockchain-basierten Anlagemöglichkeiten und geben einen Überblick über den aktuellen Markt und die Dienstleistungen im Bereich der Kryptobörsen und Kryptoverwahrer.

Am zweiten Tag stehen drei weitere Fachleute bereit, um die steuerlichen und rechtlichen Fragen zu beantworten, die sich bei Finanzdienstleistungen mit Kryptowerten ergeben. „Dabei geht es nicht nur um KWG und WpHG, sondern auch um praktische Fragen wie Verbraucherschutz, Haftung und Plausibilitätsprüfung“, verrät Knappe.

Und Hendel ergänzt: „Beide Veranstaltungen sind auf Interaktivität angelegt. Alle Teilnehmer werden die Möglichkeit haben, konkrete Fragen an unsere Experten zu stellen.“

Die beiden Online-Events finden am 28. und 29. Oktober 2020 jeweils von 10 bis 12 Uhr statt. Sie sind einzeln und auch im Paket buchbar. Bei einer Buchung über diesen Link können Sie von den Cash-Sonderkonditionen profitieren.

Foto: Shutterstock

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