11. August 2020, 14:03
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Corona verändert unser Mobilitätsverhalten 

„Die Corona-Krise wirkt wie ein Katalysator für die Mobilität der Zukunft.“ Zu dieser Einschätzung kommt Lorenz Blume, Fondsmanager und Mobilitätsexperte bei der LBBW Asset Management. Er rechnet damit, dass sich unser Mobilitätsverhalten langfristig verändern wird. Welche vier Trends durch Corona verstärkt werden.

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Die folgenden vier Trends werden duch Corona nach Ansicht von Blume gepusht:

  • Mobilität neu gedacht: Web-Konferenzen im Geschäftsleben auf dem Vormarsch
  • Eigenes Auto bevorzugt: Das Auto legt relativ zur gesunkenen Mobilität zu
  • Mehr Umweltbewusstsein dank Prämie: Die Deutschen entdecken das Elektroauto
  • Finger weg vom Steuer: Autonomes Fahren auf dem Vormarsch – zunächst in Taxis  

Per Datenautobahn dabei – moderne Kommunikationswege definieren Mobilität neu  

„Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass wir Mobilität neu definieren müssen. Ob ein Team-Meeting oder ein Verkaufsgespräch – in der Pandemie ist es vielfach zu einer Selbstverständlichkeit geworden, dass wir uns per Datenautobahn vom Home Office aus auf den Weg zu den Kollegen oder zu den Kunden machen“, sagt Blume. Er hat die Mobilitätsdefinition für seinen Fonds deshalb von Anfang an weiter gefasst: „Unter der Mobilität der Zukunft verstehen wir mehr als nur die individuelle Mobilität von Menschen, sondern ganz klar auch den Transport von Gütern und Dienstleistungen. Deshalb haben wir auch Anbieter entsprechender Home Office-Software im Portfolio und konnten vom Kursanstieg bei diesen Unternehmen entsprechend profitieren.“ 

Das Auto bleibt das meistgenutzte Verkehrsmittel. Da immer mehr Menschen in die Büros zurückkehren, werden PKWs noch stärker genutzt als vor der Krise. „Ein Drittel der Menschen, die normalerweise Bus oder Bahn nutzen würden, wollen – um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren – künftig lieber das Auto nehmen“, berichtet Blume und beruft sich dabei auf eine Untersuchung eines Forscherteams unter Leitung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, bei der von Mitte März bis Mitte Mai 2020 rund 1.000 Menschen repräsentativ zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt wurden. „Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass der Trend hin zur individuellen Mobilität geht“, so Blume. 

Aller Skepsis zum Trotz – die Nachfrage nach E-Autos steigt 

Im Hinblick auf die individuelle Mobilität haben allerdings sowohl die geringe Reichweite als auch der hohe Preis viele Autokäufer in der Vergangenheit davon abgehalten, ein Elektroauto zu kaufen, berichtet Blume. Er ist davon überzeugt, dass sich das nun ändert – und zwar aus den folgenden drei Gründen:  

Erstens hätten sich die Reichweiten mit der Weiterentwicklung der Elektroautos auch im mittleren Preissegment gesteigert.  
Zweitens schaffe die Erhöhung der Kaufprämie für Elektroautos auf bis zu 9.000 Euro neue Kaufanreize. „Ich teile vor diesem Hintergrund eine Einschätzung der Unternehmens-beratung Deloitte. In diesem Jahr könnte der Absatz von E- und Hybridautos hierzulande um 40.000 auf 200.000 Fahrzeuge steigen, während der Absatz von Benzinern und Diesel-autos unter dem des Vorjahres bleiben dürfte.“ Blume hat sich in dem von ihm gemanagten Fonds, dem LBBW Mobilität der Zukunft, früh darauf eingestellt und im Bereich Fahrzeug-bau auf Tesla und Toyota, die beiden Vorreiter bei Elektro- und Hybridautos, gesetzt. 
„Drittens dürfte mittel- bis langfristig auch das Umweltbewusstsein der Deutschen wieder zunehmen“, ist Blume zuversichtlich. Deshalb rechnet er damit, dass sich die Menschen bei der individuellen Mobilität auch künftig stärker für umweltfreundliche Antriebsarten entscheiden. Er geht deshalb davon aus, dass wir uns in Europa im Jahr 2025 zunehmend elektrisch angetrieben fortbewegen werden. 

Steuern lassen statt selbst fahren – Autonomes Fahren kommt 

Blume ist davon überzeugt, dass Innovationen von Software- und vor allem Hardwareanbietern unsere Mobilität künftig noch stärker verändern werden. „Autonomes Fahren wird jedoch anders kommen als mancher erwartet. Ich rechne damit, dass Robotaxis ab 2025 auf den Straßen zu finden sein werden. Allerdings wird es noch mindestens fünf weitere Jahre dauern, bis autonomes Fahren auch in Personenwagen für den Individualverkehr zur Marktreife entwickelt sein wird. Schneller dürfte es im Bereich Nutzfahrzeuge gehen, da sich die hohen Investitionsaufwendungen hier schneller amortisieren lassen.“ 

Die Chancen der Mobilität – in einem Fonds vereint 

Investoren können mit dem LBBW Mobilität der Zukunft Teil dieser Evolution werden und von den Megatrends profitieren. „Wir versuchen, die Profiteure des Megatrends Mobilität ausfindig zu machen und zum Vorteil der Investoren zu monetarisieren“, sagt Blume. „Dabei kommt uns unser langfristiges Branchen-Knowhow und unsere ausgewiesene Stock-Picking-Expertise zugute.“ Aus einem globalen Anlageuniversum wählt Blume auf Grundlage einer qualitativen Fundamentalanalyse und unter Berücksichtigung von Chance-/Risiko-Gesichtspunkten sowie der passenden Länder-/Branchenstruktur die vielversprechendsten Titel aus. Der LBBW Mobilität der Zukunft profitierte in den vergangenen Monaten insbesondere von seiner starken Positionierung im Segment Technologie.  

Foto: Shutterstock

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