3. Juni 2020, 11:52
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Coronakrise: Deutsche Anleger sorgen für neue Rekorde bei Gold- und Silberkäufen

Die Corona-Krise hat laut neuen Daten des Edelmetallmarktplatzes BullionVault eine Rekordnachfrage von Privatanlegern nach Gold ausgelöst – angeführt von deutschen Anlegern. Dank starken Preissteigerungen stiegen die Werte der Kundenbestände des Online-Marktplatzes in Gold, Silber und Platinum weltweit im Jahr 2020 bisher um 24,8% und seit Anfang Juni letzten Jahres um 51,6%.

Gold-Silber in Coronakrise: Deutsche Anleger sorgen für neue Rekorde bei Gold- und Silberkäufen

Die Anzahl der Neukunden von BullionVault stieg weltweit zwischen März und Mai um 389,4% gegenüber dem 3-Monatsdurchschnitt der letzten fünf Jahre an und übertraf somit den vorherigen Rekord von August bis Oktober 2011 – den Höhepunkt der globalen Finanzkrise – um 4,7%. Die Zahl der deutschen Erstkäufer stieg noch schneller und übertraf ihren 5-Jahres-Durchschnitt um 641,5% und den Herbst 2011 um 508,3%.

BullionVault wurde 2005 gegründet und bietet Privatanlegern die Möglichkeit am professionellen Edelmetallmarkt teilzuhaben, indem sie physisches Edelmetall kaufen und handeln. Mit dem monatlichen Gold-Investor-Index ermittelt BullionVault die Stimmung von Privatanlegern gegenüber physischem Gold, indem der Anbieter des weltweit größten einzelnen Pools von physischen Goldbesitzern deren monatliches Handelverhalten verfolgt. Ohne Deutschland liegt der Goldinvestor-Index im Zeitraum März bis Mai bei durchschnittlich 61,9, dem stärksten 3-Monatswert seit Ende 2011. Aber allein für Deutschland ist der Index sprunghaft auf 74,2 gestiegen. Zur Erklärung: Ein Indexwert von 50,00 würde vorliegen, wenn die Zahl der Personen, die ihren Goldbestand im Laufe des Monats vergrößert haben, genau mit der Zahl der Personen übereinstimmt, die ihren Bestand verringern.

„Die private Nachfrage Deutschlands nach physischem Gold hat sich in den letzten zehn Jahren als wahres Phänomen erwiesen und die Türkei als weltweit viertgrößter privater Verbraucher von Gold in allen Formen überholt. Während alle großen Volkswirtschaften seit der globalen Finanzkrise zu massiven monetären Stimulierungsmaßnahmen gegriffen haben, scheinen die deutschen Bürger die Inflationsgefahr stärker zu spüren und sich dafür zu entscheiden, einen größeren Teil ihrer Ersparnisse in physischen Goldbarren zu halten. Wir merken, dass sich unsere deutschen Kunden vor einem Kauf intensiver mit dem Thema beschäftigen und anschließend auch häufiger kaufen als die Kunden aus anderen Ländern “, erklärt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault.

Krisenresistenter Goldhandel

Kunden von BullionVault haben seitdem die Corona-Krise Anfang März Europa und Nordamerika erreichte, netto 3,8 Tonnen Gold gekauft: der stärkste 3-monatige Zufluss in der 15-jährigen Geschichte des Londoner Fintech. Damit erreichten die gesamten Goldbestände der Kunden einen neuen Rekord von fast 42,9 Tonnen im Wert von 2,1 Milliarden €. „Münz- und Kleingeldhändler waren nicht in der Lage, ihre Geschäfte zu öffnen, ihre Regale wieder aufzufüllen oder sogar von Kunden, die verkaufen wollten, zurückzukaufen. Im Gegensatz dazu hat unsere Online-Plattform es einer Rekordzahl von Privatanlegern ermöglicht, die tiefe Liquidität, Sicherheit und strenge Preisgestaltung des professionellen Großhandelsmarktes unabhängig von Ausgangsbeschränkungen zu nutzen“, erklärt Herr Ash.

„Die sicheren Tresore und Logistikanbieter, die wir für den Umgang und die Betreuung von Kundeneigentum einsetzen, waren natürlich mit Herausforderungen wie reduzierter Luftfracht und der Einhaltung sozialer Distanz konfrontiert, aber sie haben ihre Tätigkeit auch nach den Corona-bedingten wirtschaftlichen Einschränkungen in Asien, Europa und Nordamerika fortgesetzt“, so Adrian Ash. Das Edelmetall von BullionVault-Kunden wird in Hochsicherheitstresoren gelagert und versichert, je nach Wahl des Kunden in London, New York, Singapur, Toronto oder (am beliebtesten) Zürich. Der Goldbestand von BullionVault-Kunden ist so groß wie 81 der 127 gemeldeten nationalen Goldbestände weltweit oder wie 62 der 75 goldbesicherten ETF-Treuhandfonds, die vom World Gold Council der Bergbauindustrie verfolgt werden.

Nachfrage nach Silber auf Rekordhoch

Auch die Nachfrage nach Silber verzeichnete zwischen März und Mai mit 190,0 Tonnen einen 3-Monatsrekord und führte dazu, dass die Kundenbestände des Metalls um mehr als ein Fünftel (22,8%) auf ein neues Allzeithoch von über 1.023 Tonnen im Wert von 520 Mio. € stiegen. „Obwohl es wenige vergleichbare Gründe gibt, die abgesehen vom Lockdown zu Einbußen des Aktienmarktes führen könnten, von denen er sich möglicherweise nicht richtig erholen könnte, war die Zahl der Menschen, die Stabilität und Diversifizierung mit Edelmetallen anstreben, noch nie größer“, erklärt Ash. „Die Bedeutung von Gold als sicherer Hafen wird in dieser Krise deutlich. Die beispiellosen Stimulierungsmaßnahmen der Zentralbanken und Regierungen rücken die stärkere industrielle Nutzung von Silber und sein Potenzial als solide Inflationsabsicherung in den Vordergrund.“

BullionVault’s Gold- & Silber- Investor-Index

Der Gold- und Silber-Investoren-Index von BullionVault bietet einen einzigartigen Einblick in die Stimmung von Privatanlegern gegenüber physischem Edelmetall. Mit Hilfe von proprietären Daten der Handelsplattform BullionVault zeigt die Serie für jedes Metall den Saldo der Nettokäufer gegenüber den Nettoverkäufern eines Monats. Ein Indexwert von 50.0 würde bedeuten das in dem Monat die Anzahl von Käufern und Verkäufern identisch war. Der Index gibt somit Aufschluss über bekundete Präferenzen und nicht auf Umfragen basierende ‘Absichten’.

Foto: Shutterstock

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