17. August 2020, 19:27
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Coronakrise: Just in time legt Pause ein

Die globalen Lieferketten werden sich durch Coronakrise und Handelskriege verändern, glaubt Damian Taylor, Portfoliomanager für Asien beim Aktienspezialist Martin Currie. „Doch eine Einheitslösung für alle wird es nicht geben.“

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Die Welt hat erstmals Mitte/Ende Januar vom Ausbruch des Coronavirus in der Provinz Hubei erfahren, in der viele Automobil- und Elektronikzulieferer liegen. „Es war schnell klar, dass sich die Fabrikschließungen auf die Produktionspläne im Westen auswirken würden“, sagt Taylor und ist sich sicher, dass viele Unternehmen ihre Lieferketten daraufhin jetzt noch einmal analysieren werden. Doch neben Covid-19 gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die die globalen Lieferketten beeinflussen werden. „Wir werden eine Beschleunigung der Trends erleben, die es bereits vor der Pandemie gab“, so Taylor.

Da wären zunächst die zunehmenden Handelsspannungen insbesondere zwischen den USA und China. Damit verbunden sind die demographische Entwicklung und die schrumpfende Erwerbsbevölkerung vor allem in Japan und im Westen, was zunehmend auch in China zum Problem wird. „Das macht eine Automatisierung in einigen Bereichen dank gesunkener Technologiekosten attraktiv“, sagt Taylor. Darüber hinaus wachsen das Bewusstsein und die Sorge in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Fragen (ESG): Die Pandemie hat gezeigt, wie schwierig es für Unternehmen ist, die Einhaltung von Standards bei Zulieferern und Subunternehmern in Bezug auf ökologische und soziale Faktoren zu überwachen.

Alle Fakten zusammengenommen wird deutlich, welchen Charme es für Unternehmen hätte, Lieferketten zu verkürzen oder zu verändern. „Diese Debatte hat gerade erst begonnen. Einige Unternehmen sind offen für eine Neuausrichtung, während andere eine lokale Produktion für ein lokales Verbrauchsmodell für geeigneter halten“, erklärt Taylor. „Dabei wird es keine Einheitslösung für alle geben.“ Komplexe Fertigungslieferketten wurden um Industrie- oder Exzellenzzentren herum errichtet, die nicht einfach in andere Regionen versetzt werden können. „Dennoch dürfte das Just-in-time-Konzept mit dem dauernden Streben nach Effizienzgewinnen auf Lagerebene eine Pause einlegen“, sagt Taylor. Industrielle Lieferketten-Audits werden wohl in Zukunft einen noch stärkeren Fokus auf Produktionsfähigkeit und Flexibilität, Logistikkapazität und Finanzkraft haben.

Foto: Shutterstock

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