17. August 2020, 10:25
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Coronakrise: Wenn sich Bullen und Bären irren

Auch wenn es aktuell nicht der Fall ist: Anleger sind Optimisten. Sie kaufen Aktien, weil sie davon ausgehen, dass diese (zumindest langfristig) steigen. Doch liegen die Bullen und Bären unter den Aktionären mit ihren Einschätzungen auch kurzfristig richtig? Sven Lehmann, Fondsmanager bei HQ Trust, hat nachgerechnet.

Bulle-Baer in Coronakrise: Wenn sich Bullen und Bären irren

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt.

Im Rahmen seiner Analyse verwendet der Mathematiker die Daten der American Association of Individual Investors. Diese Gesellschaft fragt wöchentlich ab, ob Anleger derzeit bullish, neutral oder bearish gestimmt sind. Aus den Ergebnissen ermittelte Sven Lehmann den Bull-Bear-Spread, indem er die Prozentzahl der negativ gestimmten Investoren von denen Optimisten abzieht. Seine Untersuchung bezieht sich auf den Zeitraum von 1986 bis heute.

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Bei der Auswertung zog der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend den logarithmischen Mehrertrag heran, um den Effekt langfristig steigender Kurse auszublenden. Dazu ein Beispiel: Im Mittel hat der S&P auf Sechsmonatssicht eine logarithmische Rendite von 5 Prozent erwirtschaftet. Waren die Anleger sehr bearish gestimmt, hat der S&P in den nachfolgenden sechs Monaten sogar 7,5 Prozent Plus erwirtschaftet: ein logarithmischer Mehrertrag von 2,5 Prozentpunkten. 

  • „Anleger sind Optimisten: Seit 1986 gab es in gut zwei Drittel aller Wochen mehr Investoren, die von steigenden Kursen ausgingen, als Pessimisten.“
  • „Ein Blick auf unterschiedliche Zeiträume vor der Umfrage zeigt, dass Investoren besonders optimistisch waren, wenn es davor an der Börse gut lief. Wenn sie Besonders negativ gestimmt waren, war historische Kursentwicklung eher unterdurchschnittlich.“
  • „Mit Blick auf die verschiedenen Zeiträume nach der Umfrage zeigt sich allerdings, dass beide mit ihren Einschätzungen schief lagen – Optimisten und Pessimisten.“
  • „Waren die Anleger negativ gestimmt, kam es danach im Mittel zu einem Mehrertrag des S&P im Vergleich zum historischen Vergleichswert. Waren sie optimistisch, blieb der US-Index im Mittel hinter diesem Wert zurück.“
  • „Die aktuelle Situation ist außergewöhnlich: Trotz kräftig steigender Kurse überwiegen seit 23 Wochen die negativen Stimmen – ein Rekordwert.“

Foto: Shutterstock

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