20. April 2020, 13:49
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„Coronavirus: Schwellenländer können in zwei Gruppen unterteilt werden“

Juliana Hansveden, Portfoliomanagerin des Nordea 1 – Emerging Stars Equity Fund, liefert einen aktuellen Einblick in Schwellenländerinvestments.

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Zu diesem Zeitpunkt sind die Schwellenländer in zwei Gruppen unterteilt: jene Länder, die sich von der Corona-Krise erholen, und jene, bei denen weitere Ausbrüche wahrscheinlich sind. China, Südkorea und Taiwan zeigen bereits eine Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit, da sie langsam aus dem Shutdown aussteigen, während andere Märkte sich in einem früheren Stadium befinden. Chinas Bruttoinlandsprodukt schrumpfte in den ersten drei Monaten des Jahres um 6,8 Prozent – das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Weltbank sagt, dass Chinas Wachstum im Basisfall von 6 Prozent im letzten Jahr auf 2 Prozent in diesem Jahr sinken werde – was immer noch positive Zahlen bedeuten würde.

Chinesische Unternehmen beginnen zur Normalität zurückzukehren. Die amerikanische Handelskammer in China erwartet für fast ein Viertel ihrer Unternehmen bis Ende April eine Rückkehr zum normalen Geschäft. 40 Prozent werden das Investitionsniveau, das sie zu Jahresbeginn geplant hatten, beibehalten. Die Nachfrage nimmt zu, und das Leben normalisiert sich wieder. Die People’s Bank of China hat im ersten Quartal sowohl die Reserveanforderungsquote für Banken (RRR) um 50 Basispunkte als auch den 7-Tage-Repo-Satz um bis zu 20 Basispunkte gesenkt. Zudem kam die Regierung mit einem Konjunkturpaket in Höhe von 344 Milliarden US-Dollar auf den Markt, das auf Steuersenkungen abzielte.

Mit Blick auf die Zukunft gehen wir davon aus, dass sich weitere Impulse auf ausgewählte Infrastrukturinvestitionen konzentrieren werden, darunter 5G und Smart Cities. In Korea wurde eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen eingeführt. Zudem werden Maßnahmen zur Unterstützung der privaten Haushalte erwartet. Taiwan hat bisher nur einen begrenzten Lockdown umgesetzt und damit nur eine leichte Verlangsamung erlebt, sodass keine aggressiven Anreize notwendig waren. 

In unserem Fonds haben wir kürzlich China, Korea und Taiwan aufgestockt (sie machen aktuell knapp 63 Prozent des Portfolios aus), da der COVID-19-Ausbruch dort unter Kontrolle zu sein scheint. Unser Engagement in Brasilien, Indien und Indonesien haben wir hingegen verringert, da wir dort das Risiko zukünftiger größerer COVID19-Ausbrüche sehen.

Ein Unternehmen, das wir besonders hervorheben möchten, ist Ping An Good Doctor, Chinas größter Online-Gesundheitsdienstleister. Wir sehen hier starke Wachstumsaussichten, die durch die aktuelle Pandemie verstärkt wurden. Ping An Good Doctor bietet Online-Termine für weniger schwerwiegende medizinische Situationen an, was die derzeitige Patientenerfahrung mit langen Wartezeiten für kurze Termine verbessert und die derzeitige ungleichmäßige Verteilung hochwertiger Krankenhausressourcen in China umgeht.

Foto: Shutterstock

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