20. Mai 2020, 11:47
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Der Dollar ist König – oder nicht?

Die Legg-Mason-Tochter Brandywine Global hat sich die Frage gestellt, wie es nach der extremen Volatilität der Devisenmärkte in den vergangenen Wochen insbesondere um den US-Dollar steht: Kurz-, Mittel- und Langfristig. Eine Einschätzung von Richard Lawrence, Senior Vice President, Portfolio Management 

Dollar in Der Dollar ist König - oder nicht?

Kurzfristig
Die kurzfristige Währungsentwicklung wird tendenziell von Faktoren wie Dynamik, Risikobereitschaft, Stimmung und Liquidität bestimmt. Da die Unsicherheit nach wie vor sehr hoch ist, wird die Risikoaversion dazu beitragen, dass der Dollar weiterhin nachgefragt wird. Kurzfristig wird der Dollar zwar fest bleiben, aber wohl nicht sinnvoll aufwerten. Die Dollarnachfrage dürfte etwas nachlassen, wenn weitere Volkswirtschaften weltweit wieder öffnen.

Mittelfristig
Mittelfristig werden die Währungen tendenziell durch Faktoren wie sich vergrößernde Unterschiede bei Zinssätzen, Inflationsraten und Wachstumsraten angetrieben. Hier ist das Bild weniger klar. 2018 erlebten wir einen Ausbruch der Dollar-Stärke, als Steuersenkungen in den USA ein stärkeres Wachstum anheizten – was dazu führte, dass die US-Notenbank die Zinssätze anhob und zu einer starken Kombination aus sich vergrößernden Zins- und Wachstumsunterschieden führte. Diese Zinsunterschiede blieben während eines anhaltenden globalen Lockerungszyklus stabil oder schlossen sich etwas, wodurch eine Stütze für den Dollar wegfiel. Was den Verlauf der Wachstumsunterschiede betrifft, so ist die Vorhersage der Richtungsabhängigkeit zum jetzigen Zeitpunkt eine Herausforderung, da gleichzeitige Wachstumsschocks rund um den Globus zu greifen beginnen.

Längerfristig
Längerfristig betrachten wir Wertmessungen als einflussreich für die Bestimmung der Währungsleistung. Daher kommen Messgrößen wie Terms of Trade und Kaufkraftparität (PPP) ins Spiel. Diese Messgrößen deuten derzeit darauf hin, dass der Dollar nach wie vor extrem überbewertet ist, und sprechen daher für eine Abwertung des Dollar. Abgesehen davon ist der Dollar auf PPP-Basis seit fünf Jahren überbewertet, was mit der Trump-Kandidatur und seiner Präsidentschaft zusammenfällt – und sich wohl auch daraus ergibt. Daher werden die Wahlen in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen bei der Bewertung, wie sich der Dollar nach November entwickeln wird. Weitere langfristige Faktoren wären Produktivitätsunterschiede, Strukturreformen, ausländische Direktinvestitionen und fiskalische Dynamik. Diese Faktoren liefern Argumente sowohl für einen stärkeren als auch für einen schwächeren Dollar.

Foto: Shutterstock

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